Haft für 16-Jährigen nach Terrordrohung

In Pottendorf ist man über den Vorfall mit einem Asylwerber tief betroffen.

Erstellt am 17. Dezember 2019 | 05:06
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Foto: Lenger

Seit einigen Jahren gibt es in der Marktgemeinde eine vom Arbeiter-Samariterbund (ASB) betriebene Betreuungsstelle für minderjährige Asylwerber. Die hier untergebrachten männlichen Jugendlichen werden seit 2015 betreut und gelten sowohl im Ort, als auch in der Schule, als sehr gut integriert.

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Mittlerweile gibt es nur noch wenige solcher Betreuungseinrichtungen in Niederösterreich und das Vorzeigeprojekt des ASB genießt in der Bevölkerung einen sehr guten Ruf. Doch jetzt ist es durch einen Vorfall in die Schlagzeilen geraten.

Ein 16-jähriger Asylwerber drohte in der Unterkunft mit einer Bluttat. Der betroffene Jugendliche ist den Behörden kein Unbekannter. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Heute“ soll er bereits mehrfach negativ aufgefallen sein. Neben versuchter Nötigung, Sachbeschädigungen und gefährlichen Drohungen, sei gegen den Jugendlichen auch schon wegen Körperverletzung, Drogen und anderer Delikte ermittelt worden.

Mit Bluttat gedroht, falls er kein Visum erhält

Kürzlich soll er gegenüber anderen mit einer Bluttat gedroht haben, sollte er kein Visum erhalten. Der Vorfall wurde von der Heimleitung sofort an Polizei und Staatsanwaltschaft gemeldet. Diese ordnete die Festnahme des Jugendlichen an. Der 16-Jährige soll bereits in acht verschiedenen Quartieren untergebracht gewesen sein. Wie jetzt mit ihm weiter verfahren wird, soll vom zuständigen Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) geklärt werden.

In Pottendorf zeigt man sich über den Vorfall sehr betroffen. „Wir betreiben die Betreuungsstelle seit einigen Jahren und unsere Schützlinge sind in den umliegenden Schulen oder auch in diversen Betrieben als Lehrlinge sehr gut untergebracht und versorgt“, erklärt der Geschäftsführer des Arbeiter Samariterbundes Niederösterreich, Ralph Ebhart. Zum vorliegenden Fall sagt der ASB-Geschäftsführer: „Unsere Mitarbeiter haben sofort richtig reagiert und die Behörden informiert. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde, der Bezirkshauptmannschaft, dem zuständigen Abteilungen des Landes NÖ sowie der Polizei funktioniert sehr gut. Daher wurden auch sofort alle notwendigen Maßnahmen getroffen.“

„Solche Einzelfälle finde ich sehr schade“

Ebhart sei es natürlich viel lieber, über jene Bewohner zu lesen, die sehr gut in den Schulen und Lehrbetrieben integriert sind. „Ich finde es sehr schade, dass solche Einzelfälle die vielen positiven Integrationsbeispiele in den Schatten stellen. Das haben sich alle anderen Asylwerber sicher nicht verdient.“