Mit 156 km/h in der 50er-Zone unterwegs. Mobile Geschwindigkeitsmesser sorgen in Pottendorf für gewisses Erstaunen.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 03. Dezember 2018 (09:36)
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SP-Ortschef Thomas Sabbata-Valteiner ärgert sich darüber, dass sich kaum jemand an das Tempolimit im Ort hält.
Thomas Lenger

Die Marktgemeinde kaufte vor kurzem vier Geschwindigkeitsanzeigen an. Diese sollen die Lenker von Kraftfahrzeugen auf deren Fahrverhalten hinweisen. Zudem können diese Anlagen, die immer wieder auch an anderen Standorten aufgestellt werden können, die Fahrzeuge zählen und die gemessenen Geschwindigkeiten abspeichern und dokumentieren.

Nun herrscht allerdings Ernüchterung, denn ein erstes Ergebnis der Geschwindigkeitsmessungen sorgt für ein eher erschreckendes Bild im Verkehrsverhalten. Gemessen wurde in der Woche zwischen 19. und 26. November an zwei verschiedenen Standorten in Pottendorf, einem in Landegg und einem weiteren in Wampersdorf.

Kaum jemand hält sich ans Tempolimit

An dem Standort in der Wiener Neustädter Straße fuhren von 32.826 Fahrzeugen insgesamt 75,5 Prozent der Lenker schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer. Dabei überschritt mehr als die Hälfte der Fahrzeuge den Sechziger und 20 Prozent hatten sogar über 70 Stundenkilometer am Tacho. Beim zweiten Standort in der Wiener Straße fuhren von 14.110 Fahrzeugen 83,9 Prozent schneller als die erlaubten Fünfzig. 40 Prozent fuhren schneller als Sechzig und 10 Prozent sogar über 80 Kilometer pro Stunde.

Ein ähnliches Bild gab es in der Eisenstädter Straße in Landegg. Dort fuhren 5.809 Fahrzeuge, davon 75,7 Prozent über die erlaubten Fünfzig, mehr als die Hälfte war schneller als Sechzig und ein Viertel aller Fahrzeuge war sogar mit über 70 Stundenkilometern unterwegs. Beim Standort in Wampersdorf wurden 3.335 Fahrzeuge gezählt, von denen 83,8 Prozent schneller als erlaubt unterwegs waren. Rund ein Drittel überschritt die Geschwindigkeitsbeschränkung um mehr als 20 Stundenkilometer. Der schnellste Raser hatte unglaubliche 156 Kilometer am Tacho.

„Das ist ein erschreckendes Bild“, so SP-Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner über das Ergebnis. „Wir werden jetzt über einen längeren Zeitraum die Situation erheben und dann an die Bezirkshauptmannschaft weiterleiten.“

Ziel sei es aber vor allem, so der Ortschef, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen, sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten.