Tödlicher Radunfall: Gerichtsurteil

Erstellt am 05. Mai 2022 | 04:54
Lesezeit: 3 Min
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An dieser Stelle auf der Straße zwischen Pottendorf und Tattendorf passierte der tödliche Radunfall.
 
Foto: Lenger
62-jähriger Autolenker zu 9 Monaten bedingt und 720 Euro Geldstrafe verurteilt.
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Ein 62-jähriger Pensionist stand wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht. Ihm warf die Staatsanwaltschaft vor, am 18. Dezember abends um etwas 18.30 Uhr auf der L150 bei Pottendorf einen tödlichen Unfall mit einem Radfahrer verursacht zu haben.

„Es kamen mir mehrere Autos entgegen und ich war vom Gegenverkehr abgelenkt.“

Der Angeklagte hatte bei der Kontrolle nach dem Unfall 1,16 Promille Alkohol im Blut. „Ich bedauere das alles sehr“ war das Erste, was der Mann vor Gericht sagte. Er bekannte sich „schuldig“ und gab an, „ein paar Achtel Wein in den eineinhalb Stunden“ bevor er losfuhr getrunken zu haben. Er habe auf der dunklen Landstraße den Radfahrer nicht gesehen und zuerst gedacht, er habe ein Wildtier angefahren. Der Mann fuhr ein Stück weiter, wendete seinen Pkw und fuhr retour. Er sei etwa 80 bis 85 km/h schnell gewesen, auch wenn man dort 100 fahren dürfe. „Es kamen mir mehrere Autos entgegen und ich war vom Gegenverkehr abgelenkt.“

Ein Paar sagte als Zeugen aus, dass sie den Radfahrer, dessen Rad schlecht beleuchtet gewesen sein dürfte und der auch dunkel gekleidet war, kurz vor dem Unfall ebenfalls fast übersehen hätten. Der Mann sagte aus, dass es nur die Assistenz-Dienste seines neuen Autos waren, die ihn vor einem Zusammenstoß bewahrten. Die Lebensgefährtin erklärte, dass sie sich „beide sehr erschrocken“ hätten und dass sie noch gesagt habe, sie könne nicht verstehen, „warum der Radler nicht den Radweg neben der Straße“ genommen habe.

Laut Verkehrssachverständigem war die Straße an diesem Abend trocken und der Pkw des Angeklagten ca. 80 km/h schnell. Das Rad wurde durch den Aufprall massiv beschädigt, ebenso das Auto. Die Erkennbarkeit des Radfahrers sei gegeben gewesen, auch wenn das Rücklicht recht schwach geleuchtet haben dürfte. Jedenfalls hätte der Autolenker eine Reaktions-Verspätung von mindestens 1,2 Sekunden gehabt. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 720 Euro (oder ersatzweise 90 Tage Haft) und neun Monate bedingte Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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