Wirbel um Impfung von SP-Ortschef. Pottendorfs Ortschef Thomas Sabbata-Valteiner erklärt nach Hinweis, warum er sich im Pflegeheim impfen ließ.

Von Thomas Lenger und APA / NÖN.at. Update am 19. Januar 2021 (13:15)
Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner macht kein Geheimnis um seine Corona-Impfung, zu der ihn der Pflegeheim-Direktor gebeten hat.
Lenger

Ein anonymes E-Mail an mehrere Redaktionen in dem der Pottendorfer Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner (SPÖ) kritisiert wird, da er im Zuge einer Impfaktion im Landespflege- und Betreuungszentrum gegen Corona geimpft wurde, sorgt derzeit für Aufregung.

Die NÖN hat beim Bürgermeister nachgefragt, der die Situation erklärt: „Ich bin vom Direktor des Landespflege- und Betreuungszentrum Pottendorf angerufen worden und er meinte, es wäre ihm sehr wichtig, da Impfdosen über seien, dass wichtige Kontaktpersonen, zu denen er mich zählte, auch geimpft werden“, sagte der Bürgermeister.

Direktor bat Ortschef, sich impfen zu lassen

Direktor Martin Wieczorek bestätigte dies gegenüber der NÖN. „Ich habe am 5. Jänner 150 Dosen der Impfung für unser Pflegeheim bestellt. Damals wurde angegeben, dass man aus einem Fläschchen 5 Impfungen durchführen kann. Am 12. Jänner haben wir mit der Impfung begonnen. Die neueste Weisung war aber, dass sechs Dosen aus einem Fläschen verimpft werden können. Das brachte uns in die glückliche Lage, 180 Dosen zur Verfügung zu haben. Wir haben daher nach unseren Bewohnern, welche sich zu über 90 Prozent impfen ließen, auch unser Personal, wo die Impfrate derzeit 64 Prozent beträgt, auch zahlreiche externe Mitarbeiter impfen können. Es war uns möglich, die Mitarbeiter der Reinigungsfirma, des psychosozialen Dienstes und der Besuchsdienste zu impfen“, sagt der Direktor des Pflegeheims.

„Nachdem wir dann auch noch genug Impfdosen hatten, konnten wir auch unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern und jenen Personen, die sehr oft zu Besuch und für die Bewohner wichtige Bezugspersonen sind, eine Impfung anbieten“, so Wieczorek. Darunter waren auch der Pfarrer, der Kaplan sowie der Bürgermeister, die regelmäßig im Pflegeheim zu Besuch sind. „Ich habe dann den Bürgermeister angerufen und ihn gebeten, er möge sich auch impfen lassen, da es für unser Haus sehr wichtig ist, dass wieder Normalität einkehrt und er dadurch wieder regelmäßig zu uns auf Besuch kommen könne. Die erste Frage des Bürgermeisters war, ob er die Impfung niemanden wegnehmen würde“, schildert der Direktor die Situation.

„Mir persönlich war es sehr wichtig, dass der Bürgermeister geimpft ist, weil es den Bewohnern sehr viel bedeutet, wenn zu ihrem Jubiläum der Bürgermeister kommt und gratuliert“, führt der Direktor aus, der sich verwundert zeigt, dass dies scheinbar jetzt zu einem politischen Thema wird.

Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner selbst ist über das bekanntwerden seiner Impfung nicht überrascht. „Ich habe da kein Geheimnis darum gemacht, ich bin sehr oft im Pflegeheim und daher war es für mich naheliegend, der Bitte des Direktors nachzukommen. Ich selbst habe keine Angst vor Corona, aber habe natürlich Verständnis, dass die Situation im Pflegeheim eine ganz Besondere ist“, merkt der Ortschef an.

Landesgesundheitsagentur untersucht Vorgänge

Eine Untersuchung der Vorfälle hat indes die Landesgesundheitsagentur (LGA) in die Wege geleitet. "Wir prüfen", war am Dienstag auf Anfrage zu erfahren. Im PBZ Pottendorf haben nach LGA-Angaben 91 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sowie 64 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Stich erhalten. Es seien einige Dosen übriggeblieben und dann "offensichtlich auch Externe geimpft worden". Das werde nun untersucht.

Weitere ähnliche Fälle im Bundesland seien nicht bekannt.