Pottendorf: Ärger bei Anrainern. Angebliche „Formalfehler“ seitens der Gemeinde und Enge der Bebauung sorgen für Kritik bei Pottendorfer Bürgerin.

Von Barbara Zedlacher. Erstellt am 01. Oktober 2014 (07:04)
NOEN, Zedlacher
Auf diesem länglichen Grundstück sollen acht Wohneinheiten entstehen.
Ein Wohnprojekt sorgt für Verärgerung bei den Anrainern vom „Neustift“. Ein rund 930 Quadratmeter großes Grundstück mit einer Breite von 13 bis 15 Metern, welches lange leer und zum Verkauf gestanden hat, wird nun mit acht Wohneinheiten bebaut.

„Wir haben am 6. Mai viele Einwände eingebracht“, sagt eine der unmittelbaren Anrainerinnen, Marianne Schmidtner. Der Grundwasserstand sei bei viel Regen sowieso schon sehr hoch, durch den Neubau befürchte man noch mehr Probleme.

„Wir hatten nur drei Werktage Zeit“

„Seit der Bebauung des Eisteichgebietes rückt das Grundwasser noch mehr hervor“, sagt Schmidtner. Aber vor allem ins Ortsbild würde das Projekt nicht hineinpassen. Auch wenn der Mindestabstand zu den Nachbargrundstücken eingehalten werde, wäre ein Bauprojekt dieser Größenordnung auf so einem schmalen Grundstück eine Verschandelung des Landschaftsbildes

Den größten Ärger habe man seitens der Gemeinde bei den Anrainern über „Formalfehler“ im Zuge der Ladungen zu den Bauverhandlungen verursacht. Als „Überrumpelungstaktik“ bezeichnet Schmidtner diese Vorgangsweise: Sie hätten nur drei Werkstage Zeit gehabt, um sich auf den Termin einzustellen, der 1. Mai, also ein Feiertag lag zwischen der Zustellung und dem eigentlichen Termin. Von der Gemeinde, allen voran vom Bürgermeister, fühle man sich im Stich gelassen.

Umwidmungen sind nicht vonnöten

Bürgermeister Thomas Sabbata-Valteiner (SPÖ) versteht die Aufregung nicht ganz und weist die an ihn gerichteten Vorwürfe zurück. Ob Formalfehler passiert seien, könne er nicht beurteilen, die Abwicklung habe das Bauamt inne.

„Marianne Schmidtner passt nur nicht, dass neben ihr gebaut wird“, sagt er, „die Auflagen der Niederösterreichischen Bauordnung sind ganz korrekt eingehalten worden“, alles wurde von einem unabhängigen Sachverständigen geprüft, auch die Ortsbildfrage. Umwidmungen sind nicht vonnöten, da es sich bei besagtem Grundstück um „Bauland Agrargebiet“ handelt.

Die acht Wohneinheiten sollen sogar niedriger ausfallen als so manches Haus in seinem Umkreis, also sei die Ortsbildfrage damit vom Tisch, betont Sabbata-Valteiner. „Neue Nachbarn kann man einfach neben einem leeren Grundstück nicht verhindern“, sagt der Gemeindechef.