Ritt zu Ehren von St. Stephan. Seit sechs Jahren organisiert der Hirtenberger Fahrverein ganz besondere Veranstaltung.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 26. Dezember 2019 (03:41)
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Otto Knoll, Kulturreferent des Österreichischen Pferdesportverbandes, lässt es sich nicht nehmen, beim Stephani-Ritt dabei zu sein.
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Am 26. Dezember findet bereits der 6. Stephani-Ritt von Fahrafeld (Marktgemeinde Pottenstein) nach Schwarzensee (Marktgemeinde Weißenbach an der Triesting) statt. Der Ritt ist zu einer der bedeutendsten Pferdeveranstaltungen in der Weihnachtszeit geworden.

Sie geht auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, die vor sechs Jahren erstmals wiederbelebt wurde. Seit dem wird sie zur großen Freude von Ross und Reitern jedes Jahr durchgeführt. Dabei gilt ein Motto: Ob als Reiter hoch zu Ross, mit Pferdegespannen oder als Mitfeiernde: Alle sind herzlich willkommen!

Organisiert wird die Veranstaltung vom „Ersten Hirtenberger Reit- und Fahrverein“.

Die Tradition lebendig halten ist gefragt

Federführend sind Obmann Norbert Linsbichler sowie Kassierin Gertrude Köröcz, die mit Elan darauf schauen, dass diese Traditionsveranstaltung in ihrer Form immer mehr Pferdefreunde anzieht. Linsbichler betont: „Wir wollen, dass sich auch zukünftige Generationen an dieser Veranstaltung erfreuen, daher Pflegen wir dieses Brauchtum mit Freude.“ Das Referat Kultur und Pferd des Niederösterreichischen Pferdesportverbands (NOEPS) erstellt das Programm und vermittelt den kulturgeschichtlichen Hintergrund.

Mit dem Stephani-Ritt wurde nach Jahrhunderten, wenn auch in anderer Form, die Tradition der Verehrung des Pferdepatrons Stephanus in Schwarzensee wieder aufgegriffen. Der hl. Erzmärtyrer Stephanus ist zudem auch der Älteste und patroziniumsgeschichtlich „hervorragendste“ Pferdepatronmärtyrer. Stephanus ist zudem auch der Älteste und „hervorragendste“ Pferdepatron. Im Laufe der Zeit wurden zunehmend andere Heilige an seiner Stelle als Pferdepatrone verehrt.

Die Stephani-Ritte sind ein Beispiel von jahrhundertealten Gepflogenheiten rund ums Ross, die später meist durch die Leonhardi-Ritte oder die Georgi-Ritte verdrängt wurden.

Wie die Stephani-Reiter für das Wohl ihrer Rosse selbstverständlich selbst sorgen, so ist für das leibliche Wohl der Pferdefreunde beim Abritt in Fahrafeld der Pottensteiner Bürgermeister Daniel Pongratz, SPÖ, verantwortlich und in Schwarzensee kredenzt der Bürgermeister von Weißenbach an der Triesting Johann Miedl, ÖVP, bei der Ankunft der Teilnehmer den „Stephani-Wein“ (in Anlehnung an die mittelalterliche Stephani-Minne). Der Wallfahrtsseelsorger von Schwarzensee wird wie im Vorjahr in bewährter Tradition die Ross-Segnung vornehmen.

Der NÖ Landesjagdverband wird auch in diesem Jahr mit einer Jagdhornbläsergruppe vertreten sein.