Streit um Wasserpreis in Ebreichsdorf

Erstellt am 25. Mai 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Wolfgang Kocevar steht hinter Entscheidung.
Foto: Lenger
NEOS kritisieren Erhöhung der Wasseranschluss- und -verbrauchsgebühren und fordern diese auszusetzen.
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Bereits am 24. März wurden im Gemeinderat die Wasseranschluss und -verbrauchsgebühren für alle Bürger der Gemeinde durch Mehrheitsbeschluss der SPÖ und der Grünen mit Wirkung 1. Juli 2022 erhöht. Der Bürgermeister, Wolfgang Kocevar (SPÖ), rechtfertigte seine Entscheidung mit dem Druck des Landes Niederösterreich aufgrund des jahrelangen Aussetzens von Gebührenerhöhungen in diesem Bereich. Kritik dazu kommt nun von den NEOS: Wir verstehen die Hintergründe und Beweggründe des Landes Niederösterreich“, so Andreas Goldberg von den NEOS Ebreichsdorf. „Allerdings sehen wir auch die Probleme der Menschen in Ebreichsdorf gerade in dieser Zeit, in der alle mit steigenden Lebenserhaltungskosten und Energiepreisen konfrontiert sind.“

„Wir fordern den Bürgermeister auf, die Erhöhung der Wassergebühren temporär auszusetzen.“

Die Erhöhung komme zur Unzeit und sei ein falsches Signal an die Bevölkerung. „Wir fordern den Bürgermeister auf, die Erhöhung der Wassergebühren temporär auszusetzen.“ Er möge sich mit dem Land NÖ in Verbindung setzen, „um eine Ausnahmeregelung zu erwirken“, so Goldberg. „Wir haben die Wasserpreise seit 2011 und die Anschlussgebühren seit 2007 nicht mehr erhöht. Das sind 11 bzw. 15 Jahre! In dieser langen Zeit haben unsere Wasserversorger, nämlich der Triestingtaler Wasserverband als auch die EVN, ihre Wasserpreise laufend erhöht“, entgegnet SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Kocevar.

 

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Andreas Goldberg (NEOS) will Ausnahmeregelung.
Foto: privat

„Wir haben diese Preissteigerungen nie an unsere Bürger weitergegeben und somit haben sie sich in den letzten 11 Jahren viel Geld erspart. Die Stadtgemeinde hat deshalb in den letzten Jahren massive Abgänge verzeichnet. Zuletzt waren das knapp 120.000 Euro Minus, die wir im Rechnungsabschluss zur Kenntnis nehmen mussten.“ Diese laufenden Abgänge im Budget habe das Land NÖ kritisiert und die Stadt aufgefordert gegenzusteuern. „Andernfalls müssen wir mit Reduzierung von Bedarfszuweisungen, also weniger Förderungen, rechnen“, so der Stadtchef.

„Verantwortungsvolle Politik besteht nun einmal auch darin, Verantwortung zu übernehmen und ab und zu unpopuläre Maßnahmen treffen zu müssen. Immerhin investiert die Stadtgemeinde jedes Jahr riesige Beträge um die Qualität unserer Wasserleitung sicherzustellen“, so Kocevar.

Die ÖVP hat angekündigt, die NEOS bei ihrem Vorhaben, die erhöhten Gebühren auszusetzen, zu unterstützen.

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