Bühne Baden in die Sommersaison. Kommenden Donnerstag (19 Uhr), startet die Bühne Baden mit „Eine Nacht in Venedig“ in die Sommersaison.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 08. Juli 2021 (05:58)
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Der Sänger Iurie Ciobanu ist mehr Familienvater, als Frauenheld, trotzdem schlüpft er gerne in den Herzog von Urbino in „Eine Nacht in Venedig“.
Sagmeister, Sagmeister

Seit 15 Jahren lebt der gebürtige Moldavier Iurie Ciobanu in Österreich und gastiert heuer in der Sommerarena.

Ciobanu ist kein Badenneuling, er war schon 2019 in Zigeunerliebe auf der Bühne Baden: „Ich fühle mich in Baden schon richtig zu Hause.“

„Man denkt oft viel zu dramatisch, nichts ist so dramatisch, wie man denkt.“ Iurie Ciobanu

Wichtig ist für ihn, dass er weiß, wo er gut essen kann, weil er könne nur gut singen, wenn er auch gut gegessen habe. In „Eine Nacht in Venedig“ spielt er die Hauptrolle, den Herzog von Urbino, ein richtiger Frauenheld. Fällt ihm die Rolle schwer? Nein, obwohl „ich überhaupt kein Frauenheld bin, ich bin Familienvater“, sagt der 45-Jährige stolz, der seit seinem 19. Lebensjahr verheiratet ist und eine Tochter mit 21 Jahre und einen Sohn mit 13 Jahren hat. Olga und Vlad heißen seine beiden „Helden“, neben seiner Frau natürlich. So geradlinig wie sein privater Weg, war auch sein künstlerischer Weg.

Für Ciobanu war klar, zu singen, geradlinig war sein Werdegang: In Rumänien studierte er Gesang, war am Konservatorium in Cluj-Napoca, dann zwei Jahre Studium in Luxenburg. Und sein Weg führte den Tenor nach Österreich: 2004 kam er nach Linz, wo er für 13 Jahre fix engagiert wurde, seit 2017 ist er wieder frei. Aber Linz blieb sein Hauptwohnsitz, nur für eine Nacht in Venedig verlegt er seinen Wohnsitz nach Baden. „Im Jänner 2022 komme ich wieder und singe in ‚La Traviata‘.“

 In den nächsten Wochen ist er aber als Kapitän der Urbino Airline unterwegs. Die Inszenierung ist modernisiert und gekürzt, gespielt wird wieder ohne Pause: „Das Stück ist schnell und sehr schön, mit viel Licht“, schwärmt Ciobanu. Es soll sogar ein Flugzeug geben, aber „ich weiß nicht, wann und wo es kommt, weil wenn man singt, ist man so auf das Singen konzentriert, dass man gar nicht richtig wahrnimmt, was über oder neben einem passiert“, lacht der Opernsänger, der gerne mal in die Operette abwandert, „die macht mir viel Spaß.“

Viele Kollegen fragen ihn nur, wie er den Sprung von der Oper in die Operette und wieder retour schaffe, aber er nimmt es locker, „man denkt oft viel zu dramatisch, als das die Rolle ist, nichts ist so dramatisch, wie man denkt.“

Ist das vielleicht auch gleich sein Lebensmotto, die Dinge nicht ernster zu nehmen, als sie sind? „Ja, schon, willst du lange leben, musst du das Leben leicht nehmen.“ Von Ciobanus Herzlichkeit, Freude und Lebenszufriedenheit kann man sich besonders in Krisenzeiten etwas abschauen, „wir haben doch ein schönes Leben hier in Österreich, wir müssen uns dessen wieder mehr bewusst werden, das wir im Vergleich zu anderen Ländern schon sehr privilegiert sind“. Ciobanu ist ein Lebensheld und „Familienheld, ein ganz normaler Mensch halt“, sagt er bescheiden.  

Und wie ist es für ihn in Baden zu spielen, ist es anders, im Vergleich zu anderen Theatern? „Nein, Theater sind für mich alle gleich, sie schauen nicht gleich aus, aber ich habe auf jeder Bühne das gleiche tolle Gefühl und ich muss überall das Gleiche geben, egal ob in Dänemark oder in Baden.“ Er fühle sich in jedem Theater zu Hause. Einen Vorteil gebe es aber trotzdem, dass er in Baden schon alles kenne, dass er schon wisse, wo er gut essen gehen kann, weil „ohne gutem Essen kann ich nicht gut singen.“

Ticket-Line: 02252/22522