Profidieb hinter Gitter. Serbischer Einbrecher, der 40.000 Euro erbeutet hat, muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Über 20 Vorstrafen.

Von Tina Jedlicka. Erstellt am 08. September 2014 (08:07)
NOEN, Erwin Wodicka
Mehr als 20 Vorstrafen im Alter von 35 Jahren beeindruckten Richter Erich Csarmann durchaus negativ. „Ich wurde sehr früh Vater, da hatte ich keine Zeit, meine Ausbildung fertig zu machen“, meinte der Serbe als Rechtfertigung. „Das ist keine Erklärung“, zeigte sich Csarmann nicht zufrieden mit der Antwort. Immer wieder versuchte der Berufseinbrecher, Mitleid beim Richter zu erwecken. Vergeblich.

Angeläutet, dann eingedrungen

Zwischen Sommer 2013 und Jänner 2014 schlug der Serbe, der bisher mit seiner Familie in Italien gelebt hat, in Baden, Gaden und Perchtoldsdorf zu. Alle Einbrüche wurden bei Tageslicht begangen. „Wie haben Sie da sichergestellt, dass niemand im Haus ist?“ wollte Csarmann wissen. „Ich habe angeläutet“, meinte der Beschuldigte trocken. Dann sei er eingedrungen.

In kurzer Zeit durchsuchte er die Wohnung, nahm Schmuck, Anzüge oder teure Sonnenbrillen mit. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt geht davon aus, dass diese Taten nicht vom Beschuldigten alleine begangen wurden. Seine DNA wurde an allen Tatorten gefunden, aber abgesehen davon eine weitere, die allerdings nicht zugeordnet werden konnte.

Über 4.000 Euro Schaden angerichtet

„Ich habe das alles alleine gemacht“, beteuerte der 35-Jährige. Er habe seit über einem Jahr in Wien gewohnt, von Schwarzarbeiten als Pizzabote und Maler gelebt. Abseits von Wien kannte er sich nicht so gut aus.

„Wie kamen Sie dann auf so gute Wohngegenden wie Baden und Perchtoldsdorf?“, war Richter Csarmann neugierig. Auch darauf bekam er keine Antwort.

In Perchtoldsdorf schlug der Beschuldigte bei einem Rechtsanwalt zu. Bei diesem Einbruch wurde er allerdings auf frischer Tat ertappt. Über 4.000 Euro Schaden richtete er an, die vor allem aus dem Zerstören der Eingangstüre resultierten. Der Anwalt schloss sich als Privatbeteiligter dem Verfahren an.

Sechs Jahre Haft lautete schließlich das Urteil. Es wurde von allen Beteiligten angenommen und ist somit rechtskräftig.