Wohnbau in Leesdorf geht weiter. Weitere Entwicklung des von Alpenland konzipierten Stadtteils vor Freigabe. Neues städtebauliches Konzept.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 22. Juni 2020 (05:23)
Das Projektareal zwischen Kanalgasse und Landesklinikum wird in fünf Baufelder zwischen 4.000 m und maximal 7.000 m geteilt, mit zwei bis fünf Geschossen. Ziel sei, „qualitätsvolles, nachhaltiges gefördertes Wohnen“ zu ermöglichen. Die Arbeitenwerden in Etappen durchgeführt und fünf bis sieben Jahre dauern. Fussi
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2014 erfolgte der Startschuss zur Entwicklung des Areals zwischen Badener Bahn, Thermenklinikum und Rotes Kreuz Gasse. Bis 2019 wurden drei Bauetappen für dieses Projekt abgeschlossen, das im Zeichen von jungem, betreutem und gefördertem Wohnen steht.

Nach intensiven Verhandlungen wird der Gemeinderat in der nächsten Sitzung nun die weitere Entwicklung dieses Areals freigegeben, das als neuer Leesdorfer Stadtteil „Spitalsgärten“ konzipiert ist. „Wir haben das Ziel, hier ein innovatives nachhaltiges und soziales Projekt zu realisieren, in den Verhandlungen konsequent verfolgt“, betonen VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek und Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen).

Im Rahmen eines kooperativen Planungsverfahrens zwischen der Gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland gemeinsam mit der Stadtgemeinde Baden wurde ein städtebauliches Konzept „für eine zukunftsweisende und den geänderten ökologischen und klimatischen Rahmenbedingungen entsprechende Bebauung“ erarbeitet, informiert Krismer. Zahlreiche ökologische Maßnahmen sind vorgesehen. So soll eine extensive Begrünung der Flachdächer zur Verbesserung der Luftqualität und Aufnahme von Niederschlagswässern beitragen. „Damit werden ökologischer Mehrwert und Biodiversität gesteigert“, lobt Krismer. Weiters werde eine attraktive Freifläche gestaltet, die öffentlich genutzt werden könne. Zudem soll für die Leesdorfer Bevölkerung eine Grünlandfläche im Osten des Areals geschaffen werden.

Bürgerlistenchef Jowi Trenner kritisiert den Zeitpunkt der Rodungen am Spitalsgärten-Areal. „Trotz Brut- und Nistzeit wurde das Riesenareal Dr. Julius Hahnstraße Kreuzung Kanalgasse gerodet, um Platz für bis zu fünfstöckige Wohnhausanlagen zu schaffen.“
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Auch in Sachen Mobilität gehe man neue Wege, betont Krismer. So werde die autofreie Mobilität gefördert, indem etwa 20 Prozent der Wohnungen ohne Autoabstellplatz sein werden. Dafür sind mehr Fahrradabstellplätze pro Wohneinheit vorgesehen. Außerdem werden drei E-Car-Sharingplätze geschaffen.

Das Projekt zeichne sich auch durch eine Beschränkung des Individualverkehrs aus. Oberirdischer Verkehr soll nur in Ausnahmefällen erfolgen. Erlaubt sind Zu- und Abfahrten im Rahmen des zu etablierenden Car-Sharing-Systems, von Einsatzfahrzeugen, zum Transport von körperlich eingeschränkten Bewohnern und zur Durchführung von Übersiedlungen und Zustellungen sperriger Güter. Auch Firmen, die die Bau-, Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten durchführen, dürfen zufahren.

Stadtchef Szirucsek hebt die Bauteilaktivierung mit Heizung/Temperierung, Sonnenschutz und Photovoltaik (PV)- Elementen hervor. Darüber hinaus ist die Errichtung einer 20 kWp PV-Anlage zur Versorgung einer Pumpstation eines Schmutzwasserkanals geplant.

Gegen Ende der Realisierung sei die Schaffung eines Nachbarschaftszentrums vorgesehen. Die Planung dafür soll in Form eines partizipativen Prozesses zwischen Bewohnern und Anrainern gemeinsam mit der Gemeinde durchgeführt werden.

Die Gebäudehöhe werde zwischen 13 und 16 Metern betragen und soll somit nicht die Umgebung überragen. Die Höhe hatte im Vorfeld die Bürgerliste „wir badener“ kritisiert, die einen kleinvolumigeren Wohnbau in dem Areal favorisiert. Dazu entgegnet Szirucsek, dass „urbanes Bauen dort wichtig“ sei „und kein Schrebergarten“.