Baden

Erstellt am 17. Januar 2017, 04:00

von Stefan Jedlicka

Öffentliches „Garteln“ und Mitbestimmung in Baden. Stadt lässt über Umsetzung von drei Projekten abstimmen und legt Gemeinschaftsbeet im Gutenbrunner Park an.

Im Gutenbrunner Park soll das rund 300 Quadratmeter große Beet zum öffentlichen Gärtnern angelegt werden.  |  NÖN

In einer Arbeitsklausur besprachen Vertreter der Badener Rathaus-Koalition am vergangenen Montag Projekte für das Jahr 2017. Auch mit Unterstützung des Landes NÖ.

Im vergangenen Jahr habe die Stadt für Projekte Förderungen einschließlich Bedarfszuweisungen im Ausmaß von mehr als 2,6 Millionen Euro erhalten, rechnete Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) vor. Und versprach: „Dieser Weg, gemeinsam Projekte umzusetzen wird weiterverfolgt.“

"Badener zum Mitmachen animieren"

So sei etwa das Projekt „Garten für alle“ zur Aktion „Natur im Garten“ des Landes eingereicht und bewilligt worden, berichtet Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne). Nachdem auf private Initiative vor rund zwei Jahren ein Gemeinschaftsgarten in der Biondekgasse angelegt worden war, sei die Idee entstanden, eine solche Fläche auch auf öffentlichem Grund einzurichten, so Krismer.

„Es hat sich eine Bürgerin gemeldet, die mit mir als Umweltgemeinderätin und dem zuständigen Stadtrat Rudi Gehrer (ÖVP) ein Detailkonzept ausarbeitet, das offen zugängiges Gärtnern auf 300 Quadratmetern im Gutenbrunner Park ermöglichen soll. Wir wollen Badener zum Mitmachen animieren, die Freude am Gärtnern haben, das aber nicht für sich alleine tun, sondern akzeptieren, dass jeder ernten darf, was angebaut wird.“

Es solle auch nicht eigene Beete für jeden Teilnehmer geben, sondern nur eine gemeinsame Fläche.“ Mit Unterstützung von Stadtgartendirektor Gerhard Weber und gemeinsam mit Schulen, Vereinen, Organisationen und interessierten Bürgern will Krismer das Projekt im Frühjahr präsentieren.

Fußgängerzone, Kurpark oder Straßenfest

Im April sollen die Badener auch über die Umsetzung von drei Projekten aus dem Budget 2017 abstimmen können. Dieses „Bürgerbudget“ war eine Idee der NEOS, wie Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber betont. „Wir wollen damit die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung verringern und mehr Badener zur Teilnahme an den politischen Prozessen animieren“, sagt er.

Zur Auswahl stehen folgende Vorschläge, die zusammen rund 150.000 Euro kosten würden und alle im Budget-Vorschlag 2017 bereits eingeplant sind:

  • Attraktivierung des Bereiches „Bienenburg und Seerosenteich“ im oberen Kurpark als Naherholungsgebiet. 
  • Neugestaltung des Platzes vor dem „Lumpentürl“ am Beginn der Pfarrgasse mit Bäumen und mehr Freiraum.
  • Ein zweitägiges Straßenfestival in der Innenstadt, bei dem Kreative aus der Stadt, aber auch von außerhalb ihre Kunst präsentieren können. „Es sollen Hobby-Künstler, Musik- und Kabarettgruppen oder zum Beispiel Illusionisten eingeladen werden“, so Hofer-Gruber.

Die drei Projekte werden den Badenern noch in einem eigenen Schreiben der Stadtgemeinde vorgestellt. Die Abstimmung ist entweder per E-Mail oder direkt im Rathaus mittels Stimmzettel möglich. Je nach Ergebnis sei die Umsetzung aller drei Projekte oder auch nur eines einzelnen möglich. Und Helmut Hofer-Gruber kündigt an: „Neue Ideen und Bürgerbeteiligung wird es in den nächsten Jahren verstärkt geben.“

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