Bau erregt die Gemüter

Erstellt am 20. Oktober 2014 | 08:42
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Bau im Rosental
Foto: NOEN, NÖN
Protest / Wohnhausanlage für 21 Parteien in Siegenfeld ist Alt-Vizebürgermeister Peter Senekovic ein Dorn im Auge. Bürgermeister Winter (ÖVP): Gemeinde braucht Wohnraum.
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Lange Jahre stand das einstige Gasthaus „Alexanderhof“ im idyllischen Rosental bei Siegenfeld leer. Nun wurde das Gebäude abgerissen und an seiner Stelle ein Bau für 21 Wohnungen begonnen. Sehr zum Missfallen des früheren VP-Vizebürgermeisters von Heiligenkreuz, Peter Senekovic. Er spricht von „Kulturschande“.

Kritik: In Perchtoldsdorf stimmten die Bürger ab

Zwölf Meter hoch, mit aufgesetzer Solartafel, sei der Wohnbau ein „Klotz“, gegen den sich alle im Rosental Wohnenden ausgesprochen hätten, protestiert Senekovic. Altbürgermeister Ringhofer hatte im November 2010 die Baubewilligung erteilt. Dass sein Nachfolger Franz Winter (ÖVP), selbst Siegenfelder, das Projekt verteidige, sei unverständlich.

„Siegenfeld liegt im Landschaftsschutzgebiet“, erinnert Senekovic. Die „Erhaltung des angestammten Siedlungs-und Landschaftsbildes“ sei gesetzlich gefordert. „Mit Landschaftsschutz ist dieses Monster in keiner Weise vereinbar. Einsprüche der Anrainer wurden abgeschmettert.“

Und er ärgert sich: „Der Gipfel ist, dass 20 Prozent der Kosten vom Land geschenkt werden, das heißt, unser Steuergeld wird gegen unsere Interessen eingesetzt.“

Dass bei einem ähnlichen Projekt in Perchtoldsdorf Bürgermeister Martin Schuster die Bürger abstimmen ließ, zeige, dass es auch andere Wege gebe, so Senekovic: „Eine klare Mehrheit sprach sich gegen die Wohnanlage aus – das Vorhaben wird nicht verwirklicht.“ Auch ein Brief an Landeshauptmann Erwin Pröll sei wirkungslos geblieben, klagt er: „Ich bin sehr traurig.“

„Vorhaben entspricht der NÖ Bauordnung“

Bürgermeister Winter wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Das Bauvorhaben ist durch alle Instanzen gegangen und entspricht der NÖ Bauordnung“, betont er und gibt zu bedenken: „Unsere Gemeinde hat sonst fast keine Baugründe zur Verfügung und wir müssen der Abwanderung unserer Jugend entgegenwirken und leistbare Wohnungen schaffen.“

Er appelliert: „Man muss auch den Standpunkt der Gemeinde verstehen: wir haben so viele Anmeldungen und Interessenten von Wohnungssuchenden und sind froh, dass unsere jungen Familien bei uns wohnen bleiben wollen. Wir werden einen großen Park- und Spielplatz schaffen, damit sich die Familien auch dort wohlfühlen können. Wir hoffen aber auch sehr auf das Einsehen der Kritiker, wir haben sehr wohl versucht, auf ihre Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.“

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