Landeskrankenhaus Baden: Kerzerl vor Spital, Demo vor Halle B

Am Donnerstag versuchte eine Gruppe von Damen ins Krankenhaus vorzudringen, am Samstag demonstrierten Impfgegner vor der Impfstraße in Halle B.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:32
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Proteste vor LKH Baden
Rund 50 Impfgegner skandierten lautstark ihre Parolen am Samstag vor dem Impfzentrum in der Halle B.
Foto: Jandrinitsch

Zur Kerzerlaktion, um ungeimpfte Pflegekräfte in ihrer Haltung zu bestärken, wurde via sozialer Medien aufgerufen, schildert der Kaufmännische Direktor des Landeskrankenhauses Baden, Nikolaus Jorda. Er hatte so wie andere Kollegen in anderen Spitälern von der Aktion erfahren, „wir wussten aber natürlich nicht, wie viele Personen tatsächlich kommen würden“.

„Die Mitarbeiter haben anderes zu tun, als aufzupassen, dass nichts angezündet wird.“  Nikolaus Jorda, Kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses Baden

Das war auch der Knackpunkt an der Sache, denn aufgrund von Corona ist die Eingangssituation im Krankenhaus jetzt anders, plötzlich auftauchende Besucher im Bereich des Haupteinganges sind nicht willkommen. Letztendlich war es eine Gruppe von sieben Damen mit Kindern, die unangemeldet im Spital Kerzen entzünden wollten. Sie wurden vom internen Wachdienst hinausgebeten, auch das Bezirkspolizeikommando wurde verständigt. Die Damen entzündeten die Kerzen dann vor dem Krankenhauseingang, damit war die Aktion erledigt.

Der Stimmung im Spital seien solche Auftritte aber keineswegs förderlich, macht Jorda deutlich: „Auch die niederösterreichischen Krankenhäuser sind durch Corona durchaus gebeutelt, die Mitarbeiter haben anderes zu tun, als aufzupassen, dass nichts angezündet wird.“

Wie viele Covid-Patienten in den Landeskliniken Baden und Mödling auf der Intensivstation versorgt werden können, hänge wie immer vom verfügbaren Personal ab. In Baden werden zurzeit drei Patienten wegen Corona intensivmedizinisch behandelt, „das kann sich aber schnell ändern“, sagt Jorda und verweist auf andere Patienten, die ebenfalls intensivmedizinische Betreuung brauchen.

„Per se verbieten kann man eine solche Demo nicht, die Versammlungsfreiheit gilt auch in Zeiten des Lockdowns“  Bürgermeister Stefan Szirucsek

Trotzdem demonstrierte am Samstag sehr zum Ärger der Stadt und Bürgermeister Stefan Szirucsek, ÖVP, vor der Halle B eine Gruppe von etwa 40-50 Impfgegnern. „Per se verbieten kann man eine solche Demo nicht, die Versammlungsfreiheit gilt auch in Zeiten des Lockdowns“, erklärt der Stadtchef. Er wünscht sich jedoch für mögliche kommende solcher Veranstaltungen, „dass diesen nicht der Platz vor dem Krankenhaus und der Halle B eingeräumt wird.“ Die Demonstranten konnten lediglich den Gehsteig benutzen, eine Absperrung trennte sie von den Impfwilligen. Während die Demonstranten lautstark gegen die Impfung, vor allem jener der Kinder mobil machten, war das Verständnis jener, die zur Impfung kamen, nicht gegeben.

Ein Ehepaar empfand die Demonstration als „Provokation. Wir verstehen nicht, warum man vor dem Spital demonstrieren darf, wo Menschen im Sterben liegen“. Auch eine Mutter schüttelte den Kopf: „Es ist doch meine Privatangelegenheit, ob ich meine Kinder impfen lasse oder nicht. Kein Mensch macht so einen Zirkus um die Zeckenimpfung, ich lasse mir sicher nicht den Willen anderer aufzwingen.“