Wurde Geld veruntreut?. Zwei ehemalige Betriebsrätinnen stehen im Verdacht, Betriebsratsgelder veruntreut zu haben. Prozess wurde wegen weiterer Zeugeneinvernahme vertagt.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 12. Oktober 2017 (04:02)
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Wegen Untreue stehen derzeit zwei ehemalige Betriebsrätinnen einer Günselsdorfer Firma vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Jahr 2015 Gelder aus dem Betriebsratsfonds und aus dem betrieblichen Sparverein für private Zwecke verwendet zu haben. So sollen beispielsweise von 5.000 Euro Anzahlung für einen Betriebsausflug nur 50 Euro angezahlt worden sein. Aus der Handkassa sollen ebenso 800 Euro gefehlt haben wie weitere 800 Euro aus dem Sozialfonds der Mitarbeiter. Weiters fehlt bis heute das Sparverein-Sparbuch.

Die Hauptangeklagte, 52, bekannte sich „teilweise schuldig“, die Zweitangeklagte, 55, gab die Schuld an einem Fehlbetrag von 27,53 Euro zu, ansonsten erklärte sie sich für „nicht schuldig“.

Laut Verteidiger Peter Wittmann, der die Zweitangeklagte vertritt, habe die Frau am 26. August 2015 der Erstangeklagten alle finanziellen Agenden des Betriebsrates übergeben. Wittmann: „Erst im November wurde sie von der Geschäftsleitung aufgefordert, ihrer Nachfolgerin zu helfen. Von etwaigen Verschleierungen kann keine Rede sein, sie hat nur Belege der Erstangeklagten im Nachhinein auf Befehl der Geschäftsleitung verbucht.“

"Hatte immer falsche Zahlen drin"

Auf die Frage der Richterin, ob sie bei der Übergabe alles kontrolliert habe, sagte die Erstangeklagte, dass bei der Anzahlung für den Betriebsausflug über 3.000 Euro gefehlt hätten. Dazu die Richterin: „Warum haben Sie das Übernahmeprotokoll dann unterschrieben?“ Antwort: „Weil ich dumm war.“

Die Frau gibt vor Gericht auch zu, dass ihre Abrechnungen nie funktioniert hätten und sie immer „falsche Zahlen drin hatte“. Sie vermutet weiters, dass Geld aus dem Tresor gestohlen worden sei, allerdings könne sie nicht erklären, wie. Die Richterin: „Sie denken, aus dem Tresor wird gestohlen und legen 22.000 Euro in Bar hinein, die vom Betriebsratssparbuch abgehoben wurden?“ Die Angeklagte: „Ja. Damals gab es einen Todesfall in der Familie und alles war sehr chaotisch.“ Angezeigt habe sie die Diebstähle nicht, weil ohnehin schon eine Revision im Gange gewesen sei.

Befragt nach ihren privaten finanziellen Verhältnissen gab die Frau zu, dass diese angespannt waren und auch Exekutionen liefen.