Pilotprojekt für Schüler startet in Baden. Projekt zur Förderung der psychischen Gesundheit in den Gymnasien Frauengasse und Biondekgasse.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 10. Dezember 2020 (05:12)
Gesundheits-Stadtrat Stefan Eitler unterstützt die Initiative.
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Die Belastungen für Kinder, Jugendliche und Familien sind mit der Covid-19-Pandemie gestiegen. Gesundheits-Stadtrat Stefan Eitler (Grünen) weiß um das Problem: „Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Österreich leidet bereits an einer psychischen Erkrankung. Daher ist es besonders wichtig, Frühwarnzeichen und Krisen rechtzeitig zu erkennen und professionelle niederschwellige Angebote in der Schule zu etablieren.“

Ein solches Angebot stelle das Pilotprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheit dar, im Rahmen dessen Barbara Schöbl (klinische und Gesundheitspsychologin, Kinder-, Jugend- und Familienpsychologin sowie Supervisorin) psychologische Beratung und Betreuung für Schüler der Gymnasien Biondekgasse und Frauengasse anbietet.

Psychologin Barbara Schöbl leitet das Pilotprojekt.
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„Ein vertrauensvoller, geschützter Rahmen sowie systemische, lösungsorientierte Beratungen, die das gesamte Umfeld der Betroffenen mit einbeziehen, bieten eine hervorragende Basis, um junge Menschen bei der Bewältigung vielfältiger Problemstellungen zu unterstützen“, erläutert Eitler. „Der ganzheitliche Ansatz dieser Initiative ist eine wertvolle Hilfestellung für Kinder und Jugendliche, die sie dabei unterstützt, die Herausforderungen des Lebens besser zu bewältigen“, konstatiert er. Die Stadt unterstützt dieses Projekt in den Schuljahren 2020/21 und 21/22 mit insgesamt 13.680 Euro. Baden habe als Schulstadt eine Verpflichtung, erklärt Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen) den Grund für die Unterstützung. Man dürfe in der aktuellen Situation nicht auf die Kinder vergessen, die Leidtragende der Pandemie seien, so Stadtchef Stefan Szirucsek (VP).

Für Schöbl bedeute das Projekt die Verwirklichung einer „Herzensangelegenheit“, der Bedarf sei enorm. „Ein gutes, regelmäßiges Angebot ist ganz wichtig für die Schüler“, weiß sie. Die Termine sind nicht nach der Schule, sondern die Kinder können die Beratungen während des Unterrichts in Anspruch nehmen. Schöbl spricht von einer „Stärkung der seelischen Widerstandsfähigkeit“ der Kinder. Auch die Lehrkräfte werden mit Workshops unterstützt. Das Thema sei aktuell: „Viele Schüler leiden unter Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen bis zu Panikattacken.“ Durch das Distance Learning sei die Situation angespannt.