650 km Wandern für obdachlose Menschen. Vom Neusiedler See bis zum Großglockner wandern drei junge Leute, um auf obdachlose Menschen aufmerksam zu machen.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 18. September 2018 (04:02)
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Heimo Neumaier mit Katrin Goriupp, Alina Schreib und Kathi Waibl in Ebreichsdorf.
Lenger

„Die Idee ist aus einer Erfahrung, die ich im Zivildienst in einer Notschlafstelle in Graz gemacht habe“, erzählt Heimo Neumaier, als er gerade mit seinen Mitstreitern durch Ebreichsdorf marschiert. „Ich war damals von der Anzahl und dem Ausmaß an Obdachlosigkeit schockiert. Aus diesem Schock ist Motivation geworden, dieses Problem anzugehen, und ich habe Sozialarbeit studiert“, so der gebürtige Steirer.

„Irgendwie muss man versuchen, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren. Daher bin ich bereits im vergangenen Jahr in neun Tagen vom tiefsten Punkt der Steiermark bis zum höchsten Punkt, dem Dachstein gegangen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Wir haben dabei letztes Jahr über 12.000 Euro für Obdachlose gesammelt. Da das Feedback so gut war, machen wir jetzt die Österreich Tour, um noch mehr Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren“.

„Irgendwie muss man versuchen, die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren"

In drei Wochen wollen Heimo und seine ehemaligen Studienkolleginnen Katrin Goriupp und Alina Schreib die 650 Kilometer vom tiefsten Punkt Österreichs auf 114m Seehöhe im burgenländischen Apetlon bis auf den 3.789 Meter hohen Großglockner bewältigen und dabei mit Menschen über Obdachlosigkeit sprechen.

„Ich war bereits letztes Jahr dabei und es hat mir große Freude bereitet mit den Menschen in Kontakt zu kommen, daher habe ich mich auch heuer wieder entschlossen, Heimo zu unterstützen und auf das Thema aufmerksam zu machen“, so Goriupp. Immer wieder werden die drei auf ihrem Weg spontan von Menschen begleitet. An diesem Tag wandert Kathi Waibl von Hornstein bis Traiskirchen mit. „Ich hab mir die Route angeschaut und konnte heute spontan einen Teil der Strecke mit gehen“, so Waibl.

Anfang Oktober wollen die drei dann ihr Ziel am Großglockner erreicht haben und bis dahin mit möglichst vielen Menschen über das Thema Obdachlosigkeit sprechen und auch Spenden sammeln.

Von Traiskirchen gab es dann einen Abstecher nach Wien, ehe es dann wieder durch Niederösterreich weiter in die Steiermark und dann wieder Richtung Großglockner geht.