Bergrettungs-Rekord: 36 Einsätze bewältigt. Die Pandemie trieb die Menschen in die freie Natur. Selbstüberschätzung als Grund für die meisten Unfälle.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 22. Mai 2021 (04:03)
Die Bergrettung Wienerwald Süd hatte im Jahr 2020 mehr als üblich zu tun. Die Menschen zog es in die Natur.
Bergrettung Wienerwald Süd, Bergrettung Wienerwald Süd

Einsatz für die Bergrettung Wienerwald Süd bei der Ruine Rauhenstein im vergangenen Jahr: Ein Wanderer stürzte im Bereich der Ruine unglücklich und konnte wegen seiner Verletzungen nicht mehr alleine weitergehen. Die Aufgabe der Bergrettung bestand darin, die Erstversorgung des Patienten sowie die Rettung aus diesem unwegsamen Gelände zu bewerkstelligen.

Notfallsanitäter Thomas Kaltenecker erläutert: „Dank ausgefeilter Seiltechnik konnten wir den Wanderer in einen Bereich bringen, wo der Rettungshubschrauber Christopherus 3 den Patienten aufnehmen konnte. Dieser Einsatz dauerte bis in die Nacht hinein, wo auch die Beleuchtung mit Stirnlampen erforderlich war.“

Ein dramatisches Beispiel, das Thomas Kaltenecker deshalb schildert, um vor Augen zu führen, „dass die Bergrettung im Lockdown-Jahr 2020 eine Rekordhöchstzahl an Einsätzen zu bestehen hatte.“

Corona-bedingt stürmten die Menschen die Natur geradezu, was zur Folge hatte, dass 2020 36 Einsätze statt der sonst üblichen rund 25 jährlichen Einsätze zu bewältigen waren, im heurigen Jahr „sind es bis heute bereits 17“, rechnet Kaltenecker vor. Wichtig sei, auf die eigene Kondition und Trittsicherheit zu achten. Eine richtige Tourenplanung, die Berücksichtigung des Umstandes, dass es in der Natur auch rasch dunkel werden kann, die Mitnahme von ausreichend Flüssigkeit und Kohlenhydraten würden das Wanderleben und das der Bergrettung leichter machen.