Patientenkontakt bleibt elementar

Region Baden: Telemedizin hat Vorteile für Patienten. Ärzte sehen aber auch klare Grenzen.

Erstellt am 25. August 2021 | 03:38
Arzt mit Stethoskop
Symbolbild
Foto: NOEN, www.BilderBox.com

Auch in Baden und Umgebung finden telemedizinische Services zum Teil bereits Anwedung. Unter diesen zählt E-Medikation zu den einfachsten und praktikabelsten, meint Allgemeinmedizinerin Luzia Polak-Holzer. „Patienten sparen sich den Gang in die Ordination, Wartezeiten und können Medikamente österreichweit in jeder Apotheke abholen, selbst im Urlaub“, erklärt Polak-Holzer. Voraussetzung dafür sei jedoch die Teilnahme an ELGA.

Eine weitere ist ärztliche Fleißarbeit. Zwei Allgemeinmediziner aus dem Bezirk berichten von teils hunderten E-Mails täglich, die sie und ihre Teams auch in Arbeitsstunden außerhalb der Ordinationszeiten bearbeiten müssten. Ein Mehraufwand, den ein interviewter Allgemeinmedziner, der namentlich nicht genannt werden will, zum Wohl seiner Patienten auf sich nimmt, ihn und sein Team mittelfristig aber an die Belastungsgrenzen bringt.

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Differenzierter fallen die Einschätzungen auch aus, wenn es um telemedizinische Leistungen geht, die Video-Telefonie voraussetzen. Ganz abgesehen von der Kostenfrage in der Anschaffung könne Telemedizin persönliche Patientenkontakte nicht ersetzen, meint etwa Polak-Holzer. „Ich muss Menschen anschauen und angreifen können, um den Allgemeinzustand zu beurteilen“, betont sie.

Noch einen wesentlichen Aspekt wirft die Ärztin auf: „Wir dürfen auch nicht vergessen, wer diese Services nutzen kann.“ Sie erinnert etwa daran, dass die Online-Anmeldung zur Corona-Schutzimpfung für viele Patientinnen in den vulnerablen Altersgruppen eine Herausforderung darstellte.

Telemedizin war in den Lockdowns wichtig

Auch Dagmar Fedra-Machacek, Allgemeinmedizinerin aus Perchtoldsdorf, hält persönliche Arzt-Patienten-Interaktionen in der Patientenversorgung an sich für unersetzbar.

In gewissen Situationen hatte Telemedizin aber auch entscheidende Vorteile:„Es war gut und auch wirklich wichtig, dass wir während der diversen Lockdowns die Möglichkeit bekommen haben, weiterhin für Patienten, wenn auch digital, da zu sein.“

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