Wirbel um Wassergebühr im Triestingtal

Erstellt am 27. Mai 2022 | 05:14
Lesezeit: 3 Min
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Die Zentrale des Triestingtaler Wasserleitungsverbandes in Bad Vöslau. Foto: Dietmar Holzinger
Foto: Foto: Dietmar Holzinger
Wasserleitungsverband wegen Vorgangsweise im Kreuzfeuer der Kritik.
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Der Wasserleitungsverband der Triestingtal- und Südbahngemeinden erhöhte die Gebühren. Dieser Schritt erfolgte sehr zum Ärgernis der Konsumenten. So übt etwa Gemeinderat Heinz Angerer (ÜBF - Überparteiliches Bürgerforum) aus Weissenbach heftige Kritik: „Es ist gelinde gesagt eine bodenlose Frechheit, wenn der Wasserleitungsverband seinen Kunden im April 2022 mitteilt, dass der Kubikmeter Wasser um 0,20 Euro rückwirkend mit 1. August 2021 erhöht wurde.“

„Demokratie sieht anders aus – Kunden-Orientierung auch“.

Die Mehrheitsverhältnisse im Triestingtaler Wasserleitungsverband seien laut Angerer „grundsätzlich zu hinterfragen, da die Gemeinde Traiskirchen mit absoluter Stimmenmehrheit über alle anderen Verbandsgemeinden bestimmen kann“. Er ist sich sicher: „Demokratie sieht anders aus – Kunden-Orientierung auch“.

Die Pressesprecherin des Wasserleitungsverbandes, Bettina Steiner, nimmt dazu Stellung: „Die Gebührenerhöhungen (Wasserbezugsgebühr und Bereitstellungsgebühr) sind im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben mit 1. August 2021 in Kraft getreten. Die letzten Erhöhungen wurden 2016 vorgenommen.“ Das Begleitschreiben bei den Jahresabrechnungen weise darauf hin, dass die Wasserbezugsgebühr von 1,30 auf 1,50 Euro je m³ erhöht werde. „Die versendeten Jahresabrechnungen im Herbst 2021 und jetzt im Frühjahr 2022 basieren noch auf der alten Gebühr von 1,30 Euro. Dies geht ja auch aus den Jahresabrechnungen hervor. Erst bei den nächsten Jahresabrechnungen ab Herbst 2022 wird die neue Gebühr verrechnet“, stellt Steiner klar.

Für die Jahresabrechnung im Herbst 2022 werde demnach jetzt im Frühjahr eine Vorauszahlung (Teilzahlung) versendet, die bereits die erhöhte Bereitstellungsgebühr für sechs Monate (halbe Jahresgebühr) beinhalte. Die Jahresgebühr wurde von 47,52 auf 54 Euro erhöht.

Steiner verweist auch darauf, dass im NÖ Landesgesetz über den Gemeindewasserleitungsverband der Triestingtal- und Südbahngemeinden auch die Organisation des Verbandes festgeschrieben sei. Sie erklärt: „Der Verband besteht aus 29 Verbandsgemeinden, deren Bürgermeister in der sogenannten Vollversammlung vertreten sind. Die Stimmen sind gewichtet je nach Wasserverbrauch. Traiskirchen hat zwar die meisten Stimmen aber bei weitem keine absolute Mehrheit um alleine ‚bestimmen‘ zu können.“ Darüber hinaus werde aus dem Kreis der Vollversammlung ein Vorstand gewählt. Steiner: „Im Vorstand sind zehn Gemeinden vertreten mit jeweils einer Stimme. Weiters wird aus dem Kreis der Vollversammlung ein Obmann (aktuell Stadtgemeinde Traiskirchen) und eine Obmann Stellvertreterin (aktuell Stadtgemeinde Berndorf) gewählt.“

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