Christa Kratohwil: „Wurde rausgemobbt“. Berndorfer FPÖ startete Verjüngungsprozess und da war für Langzeitpolitikerin Christa Kratohwil kein Platz mehr in der Partei.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 29. November 2019 (03:13)
Christa Kratohwil zieht sich aus dem tagespolitischen Geschehen zurück. „Bin kein Wendehals, wie so manch andere“.
NOEN

FPÖ-Urgestein Christa Kratohwil (75) kann mit Recht von sich behaupten, alle Höhen und Tiefen innerhalb ihrer Partei mitgetragen zu haben. Ihre politische Karriere begann 1985 als Gemeinderätin, danach war sie zwei Mal Kurzzeit-Landtagsabgeordnete (1997/98 und 2002/03), dann Stadträtin.

Goldbarren hat Kratohwil mit Sicherheit nie zu sehen bekommen – im Gegenteil. 1985 übernahm sie die Ortspartei mit 2.000 Schilling Schulden.

Doch nun heißt es, von der politischen Bühne Abschied zu nehmen. Und das nicht ganz freiwillig. Die FPÖ-Berndorf will sich nämlich verjüngen, wie seitens der Parteispitze verlautbart wurde (die NÖN berichtete). Derzeit rätselt man, ob Kratohwil eventuell mit politischen Mitbewerbern liebäugelt. Doch das dementiert sie: „Entgegen aller Gerüchte möchte ich feststellen, dass ich bei keiner der Berndorfer Listen oder einer anderen Partei antrete. Leider war ich in zuletzt eine Einzelkämpferin und wurde von einer Person, die ich groß gemacht habe, gelinde gesagt gemobbt.“

"Ich bin kein Wendehals, wie manch andere“

„Nach etlichen Tiefschlägen und einigen Aktionen gegen mich in der Ortsgruppe und dem Bezirk, kam und kommt ein Wechsel zu einer anderen Partei nicht in Frage. Ich bin kein Wendehals, wie manch andere“, behauptet sie. Menschlich sei Kratohwil von zwei Personen in der FP-Fraktion enttäuscht. Sie hätten ihre Ablöse als Stadträtin betrieben und vor einem Monat auch als Fraktionsobfrau abgesetzt. „Ich werde aber mein Mandat bis zur Gemeinderatswahl verlässlich weiter ausüben“, sagt Kratohwil. So ganz kann sie es aber offenbar doch nicht lassen, denn sie wurde in den Vorstand der Freiheitlichen Frauen NÖ gewählt.

FPÖ-Chef Gerhard Ullrich kontert, dass von Mobbing keine Rede sein könne: „Vor fünf Jahren schon haben wir gemeinsam entschieden, dass bei der nächsten Wahl ein Generationenwechsel stattfinden wird“, sagt er. Das wurde nun umgesetzt.