Göttliche Musik in Baden

Erstellt am 15. Mai 2022 | 05:12
Lesezeit: 3 Min
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Die „Jungen Badener Musikfreunde“, Carola Johnas-Krebs, Michael Capek und Antonia Rössler, spielen am 19. Mai (19.30 Uhr) im Congress Casino im Rahmen des letzten Abo-Konzertes der Beethoven Philharmonie.
Foto: Christian Schörg
Letztes Abo-Konzert der Beethoven Philharmonie mit Uraufführung.
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Apotheose – ein Wort, welches man nicht oft benutzt, vermutlich nicht mal genau ausdrücken kann, was es bedeutet. Deshalb ein kurzer Blick ins Internet und Wikipedia hat sofort eine Definition: „Apotheose bezeichnet ursprünglich die Vergöttlichung, das heißt, die Erhebung eines Menschen zu einem Gott oder Halbgott, wird aber auch nur zur Beschreibung einer Verherrlichung oder Verklärung verwendet.“

So, jetzt weiß man vermutlich auch nicht viel mehr, was eine Apotheose ist. Auf alle Fälle, es geht um etwas Höheres, Unaussprechliches, die Verherrlichung oder Vergöttlichung eines Menschen, und damit hat man eher weniger zu tun. Da tritt nun wieder die Kultur auf den Plan, die das Unaussprechliche, zumindest erlebbar macht und in Griffweite des Erfassens bringt.

„In Beethovens siebenter Sinfonie herrschen von Beginn an unermüdliche Rhythmen und ungetrübt positive Energie“

Besonders die Musik kann das Unaussprechliche über das Hörbare sichtbar machen. Und das probiert die Beethoven Philharmonie am 19. Mai mit dem Titel des letzten Abo-Konzertes der Saison im Casino Baden: „Apotheose des Tanzes“. Von Richard Wagner soll das Zitat stammen – so bezeichnete er den ersten Satz von Beethovens siebter Sinfonie, die für Philharmonie-Leiter Thomas Rösner schlicht und ergreifend „großartig“ ist. „In Beethovens siebenter Sinfonie herrschen von Beginn an unermüdliche Rhythmen und ungetrübt positive Energie“, weiß Rösner. Richard Wagner deutete diese Sinfonie, die bis heute eines der populärsten Werke Beethovens ist, als „Apotheose des Tanzes“.

Dieses Werk zählt zum Kernrepertoire des Orchesters, zuletzt war die Beethoven Philharmonie mit der Sinfonie im Dezember 2021 in einem viel beachteten Konzert in Ljubljana zu Gast.

„Von Schiffsignalen im Nebel bis zum hohen Wellengang, unter dem Mendelssohn ziemlich gelitten hatte, ist vieles programmatisch verarbeitet“
Astrod Braunsperger

Und ein weiteres berühmtes Meisterwerk wird erklingen: Die Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn, wo er klangvoll die Eindrücke einer Schottlandreise schildert. „Von Schiffsignalen im Nebel bis zum hohen Wellengang, unter dem Mendelssohn ziemlich gelitten hatte, ist vieles programmatisch verarbeitet“, schildert Astrid Braunsperger von der Beethoven Philharmonie. Selbst Johannes Brahms, sonst nicht gerade für Komplimente für andere Komponisten bekannt, lobte diese Ouvertüre als „unvergleichlich“. Und als dritter Höhepunkt zollt der junge Badener Komponist Wolfgang-Michael Bauer seinen Tribut an Beethoven mit einem Tripelkonzert: Das Badener Klaviertrio der „Jungen Badener Musikfreunde“ – bestehend aus Antonia Rössler, Carola Jonas-Krebs und Michael Capek – wird dieses virtuose Werk zur Uraufführung bringen.

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