Flott und witzig: "Im weißen Rössl" in der Sommerarena Baden

Erstellt am 18. Juni 2022 | 10:49
Lesezeit: 2 Min
Mit Ralph Benatzkys populärem Singspiel "Im weißen Rössl" ist die Bühne Baden am Freitagabend in die Sommersaison gestartet. In der Sommerarena gelang Regisseurin Isabella Gregor eine flotte und witzige Inszenierung, in der sich gebührlicher Kitsch und gebührende Ironie wohltuend die Waage hielten.
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Eine nette Operette ist Benatzkys Werk nicht unbedingt. Denn die "Kombination aus Nobelurlaub, Österreichgefühl und Kaisernostalgie" habe etwas "subversiv Doppelbödiges" an sich, wie der Musikjournalist Edwin Baumgartner vor einigen Jahren sehr treffend feststellte. In Baden wird diese Doppelbödigkeit immer wieder sichtbar.

Als resolute Rösslwirtin ist Verena Scheitz eine vorzügliche Besetzung, Boris Pfeifer als Zahlkellner Leopold ein kongenialer Partner. Heimlicher Held und Retter der Premiere war allerdings Alexander Kröner, der sich als Einspringer innerhalb weniger Tage die zentrale Rolle des Doktor Siedler aneignete. Oliver Baier als schöner Sigismund sorgte für köstlich mokanten Humor, fast unkenntlich schien Andreas Steppan als Hinzelmann. Gabriele Schuchter meisterte in souveräner Komödiantik die Dreifachrollen Fremdenführerin, Postbotin und Bürgermeister. Als Kaiser Franz Joseph feierte der 82-jährige Heinz Zednik einen akklamierten Auftritt.

Das Bühnenbild (Tanja Hofmann) spielt mit Versatzstücken touristischer Illustration, darunter eine stilisierte Ansichtskarte samt Poststempel, datiert vom 7.VI.40. Was dieses Datum bedeutet, hat sich nicht erschlossen. Beschwingt, wenn auch mitunter eine Spur zu laut im Verhältnis zu den Stimmen klang das Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Michael Zehetner, beschwingt auch die Choreografie (Anna Vita). Da klatschte im Finale sogar Altmeister Harald Serafin in seiner Loge mit.

Weitere Vorstellungen bis 26. August

Tickets und Information: Tel. 02252/22522, www.buehnebaden.at

 

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