Martinek-Kaserne in Baden als Forschungsobjekt. Forscher wiesen nach, dass eine emissionsfreie Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude und künftiger Neubauten möglich ist.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 03. Juli 2021 (04:00)
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Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Baden), Gerhard Bartak (NÖM), Theresia Vogel (KLIEN), Alfred Berger (NÖM), Johannes Sailer (MIMZ), Wolfgang Hribernik (AIT), Christian Maurer (NEFI), Bürgermeister Stefan Szirucsek (Baden), Projektleiterin Edith Haslinger (AIT), Thomas Kienberger (Montanuni Leoben), Bürgermeisterin Helene Schwarz (Sooß) und Gerfried Koch (Energiereferat Baden) beim SANBA-Abschluss.
psb/AIT_meixner, psb/AIT_meixner

Seit 2018 forschten acht Institutionen an Möglichkeiten einer künftigen erneuerbaren Wärme- und Kälteversorgung des Areals der ehemaligen Martinek-Kaserne. Der denkmalgeschützte Gebäudebestand am Areal aus den 1930er Jahren, harrt seit 2014 auf eine Alternativnutzung und die Gebäudesubstanz leidet unter Verfall.

Das Projekt SANBA mit Fokus auf Niedertemperaturnetzen, ist eines der größten Forschungsprojekte, die bisher im Stadtgebiet Baden durchgeführt wurden. Die Umsetzung erfolgte durch ein Konsortium von renommierten Forschungsinstitutionen.

„Baden ist wieder einmal Vorreiter“

„Die Klima- und Energiemodellregion Baden ist mit diesem Projekt wieder einmal Vorreiter unter den Gemeinden in Österreich, wenn es um innovative Energiekonzepte geht“, freut sich Gerfried Koch vom Energiereferat Baden. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes bilden nun auch eine umfassende Grundlage für Investoren und Stadtentwicklern. „Es bleibt zu hoffen, dass dieses außergewöhnliche Areal bald aus seinem Dornröschenschlaf wach geküsst wird und zu einem energieeffizienten Stadtteil der Zukunft wird“, konstatiert er.

Als Basis der Energie- und Sanierungs-Berechnungen definierten die Forscher drei konkrete Szenarien der Arealentwicklung. Diese reichen von der alleinigen Folgenutzung der denkmalgeschützten Bestandsgebäude, über eine mittlere bis hin zu einer stärker verdichteten Bebauung des 40 Hektar großen Areals.

Da die künftige Nutzung noch nicht feststeht, wurde eine Mischnutzung angenommen. Ergänzend zur technischen Planung erfolgte eine betriebswirtschaftliche Analyse, bei der die Kosten der unterschiedlichen Energiedienstleistungen für diese drei Entwicklungsszenarien ermittelt und verglichen wurden. „Dabei hat sich klar gezeigt, dass eine CO2-neutrale Stadtentwicklung des Kasernenareals nur mit den Szenarien mäßige oder stärkere Zusatzverbauung wirtschaftlich darstellbar ist“, informiert Koch.

In Kombination mit Erdsondenfeldern als Wärmespeicher und der Abwärmenutzung aus der Kälteerzeugung bei der NÖM wäre eine autarke Wärmeversorgung für alle Objekte sogar im Maxi-Szenarium möglich.

Unter der Federführung des AIT (Austrian Institute of Technology GmbH) forschten unter anderem die TU Wien, die Geologische Bundesanstalt, ENFOS und die Montan-Universität Leoben. Mit im Projektteam waren die Stadtgemeinde Baden und die NÖM AG. Finanziert wurde das New-Energy-For-Industry (NEFI) Forschungsprojekt durch den Klima- und Energiefonds.