Sauerhof zu! Aber viele Interessenten

Erstellt am 17. Februar 2014 | 23:59
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Foto: NOEN, Sonja Pohl
BADEN / Masseverwalter musste Hotel schließen. Es laufen aber Verhandlungen mit mehreren potenziellen Käufern.
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Von Sonja Pohl & Stefan Jedlicka

Das Interesse ist groß. Zahlreiche potenzielle Käufer für das insolvente Grand Hotel Sauerhof in der Weilburgstraße haben sich bereits bei Masseverwalter Bernhard Schatz gemeldet. Seit vergangener Woche ist das Haus jedoch geschlossen.

„Es gibt zahlreiche Interessenten“

Nach dem Konkurs des Sauerhofes musste Schatz einen Schließungsantrag einbringen. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass das Haus „nur vorübergehend zugesperrt“ und bald wiedereröffnet würde. Von der Insolvenz, als deren Ursache mangelnde Auslastung angeführt wurde, sind 23 Dienstnehmer und 100 Gläubiger betroffen. Masseverwalter Schatz ist optimistisch: „Es gibt zahlreiche Interessenten, sprich Investorengruppen oder Hoteliers. Der Sauerhof selbst wird weiterbestehen.“

Haken an der Geschichte: Schatz ist Masseverwalter der Betriebsgesellschaft, nicht jedoch der Besitzgesellschaft. Die „Sauerhof Betriebs GmbH“ ist nicht Eigentümerin der Liegenschaft, sondern eine „Helnan International GmbH“, die wiederum der dänischen „Helnan Holding“ gehört, gibt Schatz Einblick. Im Grundbuch nachzulesen: Ein Pfandrecht in Höhe von 7,8 Millionen Euro, mit dem Helnan International den Sauerhof belastete.

„Pfandrecht hat keinen Einfluss auf Verkauf“

„Das Pfandrecht hat auf den Verkauf des Objekts und der Liegenschaft keinerlei Einfluss – die Forderungen der Bank werden üblicherweise gemäß einer Quote bedient“, informiert Schatz. An Verkaufsgesprächen und am Prozess der Investorensuche will er sich beteiligen. „Möglich ist, das Hotel rasch mit der bestehenden Betriebs GmbH fortzuführen, oder – im Fall eines größeren Umbaus – mit einer neuen Betriebsgesellschaft neu zu eröffnen“.

Die Bürgerliste „wir badener„ fordert erneut, die Stadt solle den Sauerhof zwischenzeitlich kaufen. „Badens Tourismus ist schließlich die wichtigste Einnahmequelle unserer Stadt und damit keine Privatsache“, meint Stadträtin Christine Witty. Solange die Stadt nicht Eigentümerin sei, könne sie auch nicht bestimmen, wie es mit dem Hotel weitergeht.

SPÖ-Vorsitzender Markus Riedmayer forderte in der Vorwoche, die Stadt solle mit den Casinos Austria bezüglich Übernahme des Sauerhofes Kontakt aufnehmen. Die Ablehnung kam postwendend: „Man kann immer über Zusammenarbeit reden, aber Hotels zu betreiben ist nicht unser Geschäft“, betonte Martin Himmelbauer von den Casinos Austria. Auch VP-Sprecher Gottfried Forsthuber meint: „Die Ideen von SPÖ und wir badenern haben eines gemeinsam: Sie sind nicht durchdacht und schaden der Suche nach Investoren.“
 

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