Kampf gegen Tierleid. Team Hermann Kozlik-Gemeinderätin macht mit Berndorfer Tierstammtisch und bekanntem Tierarzt sowie Unterschriftenliste gegen das Schächten mobil. „Es ist eine verdammte Barbarei!“

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 10. Oktober 2017 (02:08)
Tierarzt Norbert Hess und Initiatorin Nicole Holzinger sammeln weiter Unterschriften gegen das Schächten.
Holzinger.Presse

Über 37.000 Unterschriften sammelten Team Hermann Kozlik-Jugendgemeinderätin Nicole Holzinger, Organisatorin des Berndorfer Tierstammtisches, und Tierarzt Norbert Hess innerhalb kurzer Zeit gegen das Schächten. „Es ist eine verdammte Barbarei“, wettert Hess, der bei Schächtungen oftmals anwesend sein musste. „Wo bleibt da die Tierliebe?“

Der Vorgang sei „eine äußerst blutige Angelegenheit. Ich habe das jahrelang mit Widerwillen zur Kenntnis nehmen müssen, da dabei jeglicher Tierschutz außer Acht gelassen wird.“

Angeblich sei Schächten, laut Hess, eine religiöse Handlung und als solche dem Tierschutzgesetz übergeordnet. Hess: „Den Tieren werden vor dem Schächten die Füße zusammengebunden und der Kopf bei Rindern am Boden fixiert, wodurch die Tiere schon sehr oft in Panik geraten.

Dann murmelt der mit der Durchführung Beauftragte ein paar Worte, um sie zu beruhigen, weil es ja eine religiöse Handlung ist. Anschließend wird den Rindern, Schafen, Ziegen und Geflügel ohne jede Betäubung der Hals im Bereich des Kehlkopfes durchtrennt wobei gerade in den ersten Sekunden das Blut meterweit spritzen kann.“

„Die Betreiber des Schächtens behaupten fälschlicherweise, dass die Tiere keine Schmerzen dadurch erleiden."Hess 

Man wolle damit erreichen, dass durch das Durchtrennen der großen zum Kopf führenden Blutgefäße das Gehirn nicht mehr arbeite, was aber laut dem Berndorfer Tierarzt nicht stimme, „denn es gibt beim Wiederkäuer Blutgefäße, die oberhalb der Wirbelsäule verlaufen und das Gehirn noch einige Minuten lang mit Blut versorgen.“

Für ihn ist klar: „Die Betreiber des Schächtens behaupten fälschlicherweise, dass die Tiere keine Schmerzen dadurch erleiden. Mit dem Argument, dass die Tiere keinen Laut mehr von sich geben. Was ja gar nicht möglich ist, weil die Luftröhre mit durchtrennt wurde und daher kein richtiger Ton mehr vom Kehlkopf erzeugt werden kann. Ich habe Rinder gesehen, die versuchten noch Minuten nach dem Schnitt aufzustehen und davonzulaufen“.

Nicole Holzinger, Initiatorin der Unterschriftenaktion, die sich mit anderen Bürgern gegen das Schächten zusammentat: „Es geht nicht gegen eine Religion, sondern darum, unnötiges Tierleid zu verhindern. Und das ist beim Schächten definitiv der Fall. Jeder soll glauben, woran er will, solang weder Mensch noch Tier darunter leiden müssen.“

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