Allander Unternehmen setzt auf Larven statt Gift. Spezialfirma in Alland züchtet Florfliegen gegen Plagegeister in der Landwirtschaft.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 26. Juli 2020 (05:48)
Kämpfen mit vereinten Kräften für Nützlinge: Hanna Olovsson, René Steiner, Andreas Grabos, Florian Mayer und Josef Balber.
Stephanie Pirkfellner

Ein junges, engagiertes Team mit Geschäftsführer Florian Mayer an der Spitze züchtet in Alland Insektenlarven zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen im Garten, auf Feldern, Weingärten und im Wald.

Mayer erklärt: „Mission und Ziele unseres Betriebes, der Laboratories Research GmbH, sind durch die biologische Aufzucht von Nützlingen, große Schädlingsgruppen in Land- und Forstwirtschaft effektiv, aber ohne Schadstoffe zu bekämpfen.“

Als erstes Unternehmen Österreichs ist es dieser Firma möglich, die Grüne Florfliege zu züchten. Deren Larve ist es, die als biologische Geheimwaffe gilt. Die Larve wird mithilfe modernster Technik in den befallenen Bereich ausgebracht. Mayer erklärt: „Alle relevanten Schädlinge im Gartenbau, Gewächshäusern und in der Landwirtschaft können so ohne jeglichen Einsatz von Pestiziden und ohne zeitliche Einschränkungen dezimiert werden. Eine einzige dieser Larve frisst 200 Schädlinge pro Woche.“

Und noch ein Hit ist dem jungen Unternehmen gelungen: die Aufzucht des Ameisenbuntkäfers und die Aufbringung dessen Larven, die als größter bewiesener Gegenspieler des Borkenkäfers, gelten. Mayer weiß: „Derzeit gibt es keine Lösungen zur sinnvollen Bekämpfung des immensen Borkenkäferbefalls und der Zerstörung von Wäldern, weder im In- noch im Ausland. Feldtests dieser Methode sind im Herbst 2020 geplant und rufen schon großes Interesse bei Waldbesitzern hervor.“

Borkenkäfer bleibt Feind Nummer 1

ÖVP-Landtagsabgeordneter Ökonomierat Josef Balber, ÖVP, zeigte sich bei der Betriebsbesichtigung beeindruckt: „Als Bauer freue ich mich über das Engagement der jungen Leute für unsere Wald- und Landwirtschaft, es wäre gut, wenn man so dem Borkenkäfer den Kampf ansagen könnte.“

Doch auch private Gartenbesitzer können bei Schädlingsbefall Florfliegenlarven im Wabenkarton zum Selbstausstreuen bestellen.