Bauern protestieren gegen unangekündigte Brückensperre. Schönauer Landwirte sind sauer auf die ÖBB, weil Brücke über Südbahn plötzlich gesperrt wurde.

Von Thomas Lenger. Erstellt am 30. Juli 2019 (04:30)
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Die Landwirte protestieren heftig gegen die Brückensperre in Schönau an der Triesting. Sie müssten einen Umweg von acht Kilometer in Kauf nehmen, um ihre Felder zu erreichen.

Die ÖBB ließen ab 25. Juli eine Brücke über die Südbahn sperren, die für zahlreiche Landwirte aus mehreren Gemeinden eine wichtige Zufahrt zu ihren Grundstücken ist.

„Es ist eine Frechheit, wie hier vorgegangen wird. Wie sollen wir jetzt, gerade in der Erntezeit, unsere Weingärten und Äcker erreichen“, ärgert sich Johannes Mayer, Obmann des Schönauer Bauernbundes.

Bauernvertreter aus Sollenau, Leobersdorf und Schönau wollen diese Schließung nicht akzeptieren. In der Vergangenheit gab es zwar immer wieder Gerüchte, dass die Brücke gehoben und renoviert werden solle. Es wurde aber stets betont, dass dies in Absprache mit der Gemeinde geschehen soll. Doch jetzt stellte man die Landwirte vor vollendete Tatsachen. Mehr als acht Kilometer Umwege in eine Richtung sind nun erforderlich, um das Gebiet, das auch von vielen Radfahrern und Spaziergängern genutzt wird, zu erreichen.

„Wir fordern eine Lösung im Sinne der Landwirte. Die Gemeinde muss uns unterstützen und rasch mit den ÖBB verhandeln. Die Brücke muss geöffnet bleiben“, fordert Mayer.

Ortschefin gab keine Stellungnahme ab

Die Schönauer Bürgermeisterin Brigitte Lasinger (SPÖ) war zu einer Stellungnahme für die NÖN nicht erreichbar, da sie, so wurde mitgeteilt, „für einige Tage außer Haus“ sei.

Der geschäftsführende VP-Gemeinderat Andreas Steiner kündigte seine Unterstützung für die betroffenen Landwirte an: „Wir beantragten bereits als VP-Fraktion eine Sondersitzung des Gemeinderats, um diese Sache lückenlos aufzuklären und eine Lösung zu finden.“ Dazu erklärt Christopher Seif (ÖBB): „Die Brücke ist in einem technisch schlechten Zustand und wegen ‚Gefahr in Verzug‘ so schnell wie möglich für den Verkehr zu sperren. Dies haben wir der Gemeinde bereits vor längerer Zeit mitgeteilt. Die Gemeinde hat auch die Landwirte darüber aufgeklärt.“

Ein Neubau wurde angestrebt, allerdings wären die Kosten gemäß Eisenbahnkreuzungsverordnung zur Hälfte zwischen der Gemeinde und der ÖBB-Infrastruktur AG zu teilen gewesen. „Da die Gemeinde Schönau jedoch nur einen Bruchteil der erforderlichen Summe bereitstellen könnte, musste von diesem Neubau abgesehen werden.“

Das Projekt werde derzeit einer neuerlichen Evaluierung unterzogen und es werden weitere Gespräche mit der Gemeinde geführt. Bis dahin müsse die Brücke aber gesperrt bleiben.