Mann soll in Hirtenberg Mithäftling genötigt haben. In der Hirtenberger Justizanstalt wollte ein Mann die Pillen seines Zellengenossen. Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 06. September 2017 (03:00)
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Drei Häftlinge der Justizanstalt Hirtenberg standen wegen Raubes und Körperverletzung vor Gericht. Die NÖN berichtete über den damaligen Vorfall.

Mithäftling genötigt

Der 25-jährige Österreicher und die beiden Türken (25 und 28 Jahre alt), sollen im Februar dieses Jahres einen Mithäftling verletzt haben und ihm zusätzlich ein ärztlich verordnetes Antidepressiva abgenötigt haben. Das Opfer behauptete damals auch, dass ihm von den drei Männern am Arm mehrere Verbrennungen mit einer Zigarette beigebracht worden seien. Außerdem soll er Hämatome und Kratzspuren aufgewiesen haben.

Alle drei Männer bekannten sich vor Gericht „nicht schuldig“. Bezüglich der angeklagten Körperverletzung erfolgte ein Freispruch, da das Opfer behauptete, dass ihm die Brandwunden im Schlaf zugefügt worden sein müssen, denn er habe nichts davon mitbekommen.

Antidepressiva: „Wollte nur ruhiger werden.“

Der Erstangeklagte musste sich nach dem Freispruch zur Körperverletzung noch wegen der Raubanklage bezüglich der Antidepressiva vor dem Gericht verantworten. Er erklärte dem Richter:

„Ich war nur fünf oder sechs Tage lang mit ihm in der Zelle.“ Das betreffende Medikament habe er mit seinem Zellengenossen „gegen Tabak eingetauscht. Ich hatte riesigen Stress mit meiner Freundin und wollte nur ruhiger werden. Ich habe schon vorher dasselbe Mittel bekommen, aber meine vom Arzt verschriebenen Medikamente reichten mir da bei Weitem nicht aus.“

Laut Aussage der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte seinen Mithäftling allerdings in die Wange gezwickt und mit Schlafentzug bedroht haben, wenn er die Pillen nicht herausrücke. Der 25-jährige Österreicher wurde wegen dieses Delikts zu zwei Jahren Haft verurteilt, berief allerdings sofort. Daher ist das Urteil derzeit noch nicht rechtskräftig.