Ärger bei Babler: "Wir können 3. Gymnasium auch finanziell stemmen"

Erstellt am 09. März 2022 | 11:30
Lesezeit: 3 Min
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Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler
Foto: privat
Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, übt massive Kritik daran, dass die Stadt Baden den Zuschlag für ein drittes Gymnasium bekommen hat. Die Stadt Traiskirchen habe alles getan und alle Kriterien erfüllt, um Schulstandort eines Gymnasiums zu werden.
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Lange geisterte das dritte Gymnasium als Wunschvorstellung durch diverse Gemeinden im gesamten Südraum, von Vösendorf bis Wiener Neustadt. Bis vergangenen Freitag eine Pressekonferenz in Baden mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bildungsminister Martin Polaschek und Johann Heuras, Leiter der Bildungsdirektion Niederösterreich, alle ÖVP, diese Träume jäh zum Platzen brachte.

"Wir haben uns aktiv um den Schulstandort als Gymnasium beworben"

Besonders emotional auf die Ankündigung, dass Baden ein drittes Gymnasium bekommen soll, reagierte Andreas Babler, SPÖ, Bürgermeister von Traiskirchen. "Wir haben uns aktiv um den Schulstandort als Gymnasium beworben, wir führen seit 2001 Gespräche, loten aus, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen, haben immer wieder nachgefragt, wie die Chancen stehen und es wurde uns noch vor Kurzem mitgeteilt, man wisse nichts, die Entscheidung sei noch nicht gefallen. Zwei Wochen später findet dann die Pressekonferenz statt, auf der die Entscheidung verkündet wird", sagt Babler. 

Außerdem sei Traiskirchen in der Situation, "um die Vorfinanzierung des Gymnasiums auch finanziell stemmen zu können". Aufgrund der starken finanziellen Lage der Stadt habe man die Fakten dargelegt, um zu zeigen, dass man die vorgesehene Vorfinanzierung der Errichtungskosten übernehmen könne.

Die Gymnasiumszahlen von Traiskirchner Kindern, die täglich auspendeln müssen, machten alleine schon jetzt jedes Jahr nahezu 4 Klassen eines Gymnasiums aus. "In unserem Antrag haben wir auch analysiert, dass 200 Kinder aus umliegenden Gemeinden von diesem neuen Schulstandort profitieren könnten", zeigt Babler auf.

Trotz Antrag im Bildungsministerium auf Aufnahme in das Schulentwicklungsprogramm (SCHEP), der abermals 2017 erfolgte und einer Vertiefung der Gespräche und Einarbeitung der Wünsche des Landes im Frühjahr 2021, sei nun gegen Traiskirchen und die Südregion des Bezirkes entschieden worden. Auch die Infrastruktur in Traiskirchen sei ideal. 

"In unserem Antrag haben wir auch analysiert, dass 200 Kinder aus umliegenden Gemeinden von diesem neuen Schulstandort profitieren könnten" Andreas Babler

"Wir verfügen über ein eigenes Schulhallenbad sowie die überdachte Kunsteislaufbahn, die einzigartige Schulheftgratisaktion für alle Kinder und allem, was zur notwendigen Infrastruktur dazugehört. Das neue Gymnasium könnte auf dem weitläufigen und bereits jetzt bestehenden Bildungscampus entstehen, auf dem derzeit schon die Mittelschule sowie die Sozialintegrative Förderschule untergebracht sind. Die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Sporthallen und Badinfrastruktur wäre dort bereits möglich. Damit wäre auch eine moderne, durchlässige Schulprojektform zwischen den Schultypen als Meilenstein in der Bildungspolitik realisierbar gewesen."

Es seien wohl ausschließlich politische Gründe, "die dazu geführt haben, dass eine Stadt ein zusätzliches Gymnasium bekommt, das schon über zwei Schulen dieses Typs verfügt. Aber mein Team und ich sind trotz Kenntnis der politischen Realität sehr enttäuscht, dass das heutzutage noch immer so ist. Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass auch unsere Kinder und die der anderen Gemeinden mit einem Traiskichner Standort in Zukunft mit ihren Familien eine Verbesserung bekommen werden", gibt sich Babler weiter kämpferisch.

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