Opfer im Auto mit Messer attackiert. Auf dem Rücksitz eines Autos gab es für das türkische Opfer Messerstiche in den Oberschenkel, dann waren 1.500 Euro weg.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 26. September 2017 (05:00)
Steinbock

Wegen schwerem Raub und weiterer Delikte stehen sechs Männer aus der Türkei und dem Kosovo in Wiener Neustadt vor Gericht. Dreien von ihnen wird ein brutaler Überfall auf einen Türken vorgeworfen, dem sie laut Staatsanwaltschaft 1.500 Euro abgenommen haben sollen.

Nach Lokaltour in Auto gelockt

Die Straftat soll von 19. auf 20. November nach einer Lokaltour passiert sein. Das Opfer dürfte soviel Geld mitgehabt haben, weil er für eine Wohnung Kaution zahlen wollte. Der Erstangeklagte soll den Mann zu einem Lokalwechsel überredet haben und ihn so mit zwei Mittätern in ein Auto gelockt haben.

Messerstiche in Oberschenkel

Sie fuhren aber nicht zum Lokal, sondern auf die Autobahn auf, wo dem Mann – er saß auf dem Rücksitz – von zwei Männern Messerstiche in die Oberschenkel zugefügt wurden. Danach hielten die Männer auf einem Rastplatz bei Bad Vöslau, zerrten den Verletzten laut Staatsanwaltschaft aus dem Auto und hielten ihm ein Messer in den Nacken. Sie sollen gedroht haben, ihn zu töten, falls er die Polizei rufen sollte.

Das Opfer erstattete trotzdem Anzeige und der Erstangeklagte landete in U-Haft. Daraufhin wurde ein Freund des Opfers in Wien in einem Lokal brutalst überfallen. Auch er erlitt Stichwunden und wurde verprügelt. Außerdem stehen noch Diebstahl, unbefugter Gebrauch einer Schusswaffe und Suchtmitteldelikte auf den „Strafzetteln“ der sechs Angeklagten.

"Aufgrund Panikattacke" zugestochen

Vor Gericht behauptete der Zweitangeklagte dann, dass es bei dem Streit im Auto nicht um Geld, sondern um eine Frau gegangen wäre. Außerdem habe er nur aufgrund einer „Panikattacke“ zugestochen. Für die nicht rechtskräftigen Urteile war das aber nicht relevant. Für den Raubüberfall auf der Autobahn erhielt der Erstangeklagte eine Strafe von sechs Jahren.

Der Zweite ist einschlägig vorbestraft und muss für acht Jahre hinter Gitter, außerdem wurde eine bedingte Strafe von vier Jahren widerrufen. Für den Drittangeklagten gab es ebenfalls sechs Jahre.