Liebesbriefe in Kriegszeiten: Lesung in Bad Vöslau

Erstellt am 07. August 2022 | 05:54
Lesezeit: 3 Min
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Intendantin Angelika Hager, Max Simonischek, Stefanie Reinsperger und Thermalbad-Leiterin Carina Hochebner.
Foto: Katharina Schiffl
Stefanie Reinsperger und Maximilian Simonischek präsentierten die Liebe in allen ihren Facetten. Denn diese überwindet auch die Distanz des Krieges.
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Das Duo eröffnete in einer von der Intendantin Angelika Hager zusammengestellten Textinszenierung anhand von historischen Liebesbriefen und aktuellen Chatnachrichten Einblicke in die Liebeswelten von Simone de Beauvoir, Alma Mahler, Marlene Dietrich, Jean-Paul Sartre und Ernest Hemingway.

Dem Publikum sowie den Künstlern gingen dabei ganz besonders die Chat-Protokolle einer Ukrainerin und ihres russischen Freundes unter die Haut, die aufgrund der kriegsbedingten Trennung nur via Handy erfolgte. „Das Schicksal dieser beiden jungen Menschen und ihre Liebe im Krieg bewegen mich. Sie sind mutig und stark“, sagt Maximilian Simonischek.

„Das war eine Reise durch große Gefühle“

„Das war eine Reise durch große Gefühle“, betont die Festivalintendantin Angelika Hager, „von Napoleon bis zu einem Chatverlauf zwischen einem Liebespaar in Sibirien, wo der junge Mann im Februar glaubte, auf eine Dienstreise eingezogen zu werden und mitten in einem Krieg landete.“

Der in Berlin lebende Mime Simonischek hat zum ersten Mal in Bad Vöslau gastiert.

Stefanie Reinsperger hingegen gehört schon zum Ensemble. „Hier ist mein beruflicher Sehnsuchtsort. Eine meiner ersten Lesungen habe ich mit dem großartigen Peter Turrini hier ‚Im Namen der Liebe‘ gehalten“, ergänzt die gebürtige Badenerin Reinsperger.

Die Burg- und Volkstheater-Schauspielerin, die gleich am nächsten Tag eine Lesung aus ihrem literarischen Erstlingswerk „Ganz schön wütend“ hielt, legt Wert auf Sichtbarkeit.

Reinspergers Wunsch: Feiern mit Alma Mahler

Bezüglich der Liebesbriefe kann sie sich auch mit einer der Persönlichkeiten identifizieren. „Mit Alma Mahler würde ich gerne feiern gehen“, sagt sie lächelnd. Nach der Vorstellung signierte Stefanie Reinsperger ihren Fans noch einige Bücher ihres ersten Werkes „Ganz schön wütend“. Maximilian Simonischek war da schon auf dem Weg, um seinen Vater, Burgtheater-Schauspieler Peter Simonischek, zu später Stunde zu besuchen. „Mein Vater bleibt berufsbedingt Gott sei Dank lange auf.“

Weiter geht es am 4. August unter dem Motto „Kaputt in Hollywood“ und mit Texten von Charles Bukowski – Claudius von Stolzmann und Kimberly Rydell (Gesang) sowie Paul Male (Gitarre). Am 8. August gastieren mit „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert Alma Hasun, Anna Strazinger und Roland Koch im Schwimmenden Salon.

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