Max Natmessnig Koch des Jahres

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:44
Lesezeit: 3 Min
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Max Natmessnig, Koch des Jahres 2021, kocht derzeit am Arlberg im „Schualhus“ im Hotel Rote Wand.
Foto: Gourmet Restaurant Rote Wand/Ingo Pertramer
Max Natmessnig hat es als Koch an die Spitze der Gourmet-Tempel geschafft. Dabei hat er keine Lehrausbildung.
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Der 33-jährige gebürtige Seibersdorfer Max Natmessing wurde von Gault Millau als Koch des Jahres ausgezeichnet.

Und das, obwohl er eigentlich kein gelernter Koch ist. Nach der Volksschule besuchte er das Don Bosco Gymnasium in Unterwaltersdorf. Natmessnig erzählt im Gespräch mit der NÖN: „Ich habe dann zwei Jahre das Tourismus Kolleg Modul in Wien gemacht und dabei hatte ich die Möglichkeit eines Praktikums im ‚Auberge de l´Lll‘ im Elsass. Ich konnte dann mit dieser Reverenz als ungelernter Koch ohne Lehrausbildung bei Heinz Reitbauer im Steirereck zu kochen beginnen.“

Nach zwei Jahren zog es ihn dann erst ins niederländische Oud Sluis, wo er bei Sergio Herman am Herd stand. „Das war eine sehr prägende Zeit, es war das einzige Lokal, das 20 von 20 Gault-Millau Punkten und drei Micheline Sterne hatte“, erzählt er. Über Paris ging es für den Seibersdorfer dann weiter nach New York, wo er im „The Nomade“ Hotel bei Daniel Humm arbeitete.

Von Paris nach New York und an den Arlberg

„Nach einem Jahr wechselte ich dann nach Brooklyn ins „Chef´s Table“ zu Küchenchef César Ramirez, wo ich dreieinhalb Jahre blieb“, erinnert er sich. In New York lernte er nicht nur seine Frau Bekah Roberts kennen, sondern auch Joschi Walch, den Besitzer des legendären Hotels Rote Wand in Lech am Arlberg, der ihn schließlich wieder zurück nach Österreich holte. „Ich habe dann gemeinsam mit meiner Frau das Angebot, an den Arlberg zu gehen, angenommen und bin seit 2017 hier.“

Er kocht seit dem im „Schualhus“. „Dort gibt es den Chef´s Table, bei dem wir für 14 Personen zwei Sitzungen am Abend kochen, um 17 und um 20 Uhr“. Gemeinsam mit vier Köchen, einem Abwäscher und zwei Servicemitarbeitern wird dort im exklusiven Rahmen gekocht. Dafür gab es wieder 4 Hauben und 18,5 von 20 Punkten im Gault-Millau.

Erste kulinarische Inspirationen in Schützen

Zu Seibersdorf hat er noch einen sehr intensiven Bezug. „Mein Vater war in Seibersdorf Arzt und ist vor kurzem in Pension gegangen. Wir sind damals oft in den Taubenkobel zu Walter Eselböck essen gegangen. Das hat mich schon sehr inspiriert und geprägt, denn ich wollte schon als Kind Koch werden“, erinnert er sich. Die alte Heimat besucht er noch immer sehr gerne. „Es ist nur leider viel zu selten“.

Über die große Auszeichnung zum Koch des Jahres freut sich der Seibersdorfer sehr., denn er weiß: „Diese Auszeichnung bekommt man einmal im Leben und ich sehe es nicht als Bürde, sondern als Anschub voran, das versuche ich auch meinen Köchen zu erzählen. Ich war ja damals auch dabei, als Sergio Herman 20 Punkte bekommen hat, und das ist schon etwas ganz Besonderes. Es ist immer eine Team-Auszeichnung. Ich sage immer, ohne Team wäre ich nicht hier, denn alleine kann man das nicht erreichen“.

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