Neues zum Drama um Kronprinz Rudolf. Das Karmel Mayerling erhielt neue und bisher unbekannte Dokumente zur seinerzeitigen Tragödie rund um Kronprinz Rudolf.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 30. November 2018 (05:08)
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Mutter Maria Regina, Hannes Etzlstorfer, Rotraut und Eva Witetschka.
Erich Wellenhofer

Am Mittwoch, 21. November, dem Todestag von Kaiser Franz Joseph, übergaben die Erben der Familie Loschek das Jagdbuch des Kronprinzen Rudolf sowie eine Schreibmappe mit mehreren von ihm beschriftete Kuverts an die Schwestern im Karmel Mayerling.

Kammerdiener Johann Loschek betrat damals als erster das Sterbezimmer und war damit Kronzeuge der Tragödie.

Nach dem Tod des Kammerdieners im Jahr 1932 bewirtschaftete dessen Sohn Johann jun. mit seiner Frau Margarete den Besitz in der Nähe von Wiener Neustadt. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Johann III., der als Soldat in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs fiel, wodurch es keinen leiblichen Erben gab. So erbte das Ehepaar Rotraut und Eduard Witetschka das Gut und die vielen Erinnerungsstücke.

Dazu Rotraut Witetschka: „Mein Mann und der Enkel des Kammerdieners waren seit ihrer Kindheit eng befreundet, sodass seine Eltern nach Johanns Tod meinen Mann und mich, ohne dass wir davon wussten, als Erben einsetzten.“ Sie zeigt sich glücklich darüber, dass nun alles an dem Platz sei, an den es gehöre.

Besonders interessant ist die Erinnerung Loscheks, die er im Alter von 83 Jahren seinem Sohn diktierte. Er habe am 30. Jänner 1889 den toten Kronprinzen und Mary Vetsera gefunden und es war ihm klar, dass Rudolf zuerst die 17-Jährige und dann sich selbst erschoss.

Für Kurator Hannes Etzlstorfer ist es sensationell, dass diese wichtigen Stücke direkt aus der Hand der Erben den Weg nach Mayerling fanden. Der Historiker ist sich sicher: „Daran ist kaum zu rütteln, da müssten jetzt schon ganz gravierend andere Dokumente und Archivalien auftauchen, um diese Tatsachen zu widerlegen.“

Für Priorin Mutter Regina, ist der Nachlass eine große Aufwertung des Museums. Die Schwestern des Karmel beten seit Klostergründung für den Kronprinzen und alle Menschen in Not.