Startup aus Baden will hoch hinaus. Safing ICS Technologies GmbH aus Baden hat es sich zum Ziel gesetzt, eine bessere Zukunft mit echter Online-Privatsphäre für jeden zu ermöglichen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 23. Februar 2021 (03:24)
Virtuelle Firmenbesichtigung: Michael Moll von accent (links oben), Landesrat Jochen Danninger, Saving-Geschäftsführer David Gunnarsson (r.), Saving-Geschäftsführer Raphael Fiedler (links unten) und Saving-Geschäftsführer Daniel Hovie.
Screenshot

Einmal im Internet nach einem Hotelzimmer gesucht haben und schon wird es teurer. Im Internet verfolgen Tracker jede Aktivität. Sie sammeln ununterbrochen Daten über Geräte, Standort und Interessen und passen Preise individuell an die Auswertung dieser Daten an. Das Ziel des Badener Startups Safing ICS Technologies GmbH ist es, eine bessere Zukunft mit echter Online-Privatsphäre für jeden zu ermöglichen. Anstatt Werkzeuge für Experten zu bauen, sollen alle Menschen die Chance haben, privat in der Onlinewelt zu bleiben.

Bei einem virtuellen Gespräch informierte sich Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) beim Gründerteam rund um Raphael Fiedler über das Geschäftsmodell der Badener Pioniere. „Gerade jetzt, wo so viele Menschen von daheim aus im Homeoffice arbeiten, ist es besonders wichtig, sicher im Netz unterwegs zu sein. Daher kommen die Softwareprodukte von Safing ICS Technologies gerade zum richtigen Zeitpunkt“, lobt Danninger. „Mit unserer zielgerichteten Unterstützung, wie hier durch den ‚accent Inkubator‘, sieht man anschaulich, wie aus Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen“, schildert Danninger. Die Organisation des Landes hilft zahlreichen wissenschaftlichen Projekten als Start-ups beim Markteintritt.

Das Team der Forschungs- und Entwicklungsfirma Safing hat eine ausgeklügelte Software entwickelt, die sicherstellt, dass man beim Internetsurfen nicht mehr permanent ausspioniert wird. „In der Basisvariante ist das Programm von Safing, der ‚Portmaster‘ bereits gratis verfügbar. Diese schaltet sich zwischen das Internet und alle Programme inklusive Browser und unterbindet alle verdächtigen Datenströme“, erklärt Safing-Geschäftsführer Raphael Fiedler. „Diese Software verschafft Nutzern die volle Kontrolle über ihre Netzwerkkommunikation,“ ergänzt accent-Chef Michael Moll.

Die Gründer aus Baden haben noch viel vor, informierten sie die Teilnehmer des Pressegesprächs. Seit einem Jahr sei der Firmensitz im Kaiserhaus in Baden – „mit Blick auf die Pestsäule“, schwärmt Fiedler. Derzeit seien neben den drei Gründern noch vier weitere Mitarbeiter bei Saving angestellt. Die Zahl der Nutzer steige und liege großteils in Nordamerika. Heuer will man ihr finales Privatsphäre-Produkt in den Markt tragen. „Wir erwarten einen Wachstumsschub“, sagt Mitgründer David Gunnarsson. In fünf Jahren hoffe man, auf über 50 Mitarbeiter anzuwachsen, dann bräuchte man aber einen neuen Firmensitz. „Wenn ihnen das Kaiserhaus zu klein wird, melden Sie sich, wir haben schon ein Platzerl“, rät Danninger.