Sorgen nach Kahlschlag im Stiftswald. Baumfällungen in Siegenfeld sorgen für Unruhe bei den Bewohnern. Das Stift Heiligenkreuz nimmt die Anliegen ernst und sucht das Gespräch mit der Bevölkerung.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 12. Februar 2021 (03:33)
Die Anrainer aus Siegenfeld fotografierten die Baumschlägerungen und veröffentlichten die Bilder im Internet auf der Seite: „wir-fuer-den-wald.at“ unter Heiligenkreuz 2021.
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Besorgte Anrainer melden sich nach dem NÖN-Artikel „Unruhe im Stiftswald“ (4/2021) zu Wort: „Die Schlägerungen haben auf uns, auf die Natur und auf Siegenfeld als Naherholungsgebiet Auswirkungen“, heißt es in einem Brief.

Der Wald biete Erholung für die Bewohner, Lebensraum für viele Tierarten (Höhlenbrüter wie die Fledermaus, Eule, Specht etc.), speichere viel CO 2 und schütze den Boden gegen Erosion. „Weiters dient der Wald ganz Siegenfeld als Lärmfänger gegenüber der A21, die jedes Jahr lauter zu hören ist“, meint die Anrainer. In den vergangen zehn Jahren habe der Kahlschlag laut Bewohnern immer größere Ausmaße angenommen. So seien vom ursprünglichen, wunderschönen alten Mischwald nur noch vereinzelte Flächen über. „Im Moment bietet der beliebte Wanderweg Via Sacra ein trauriges Bild. Riesige Kahlschlagflächen und Monokulturen aus Fichten, Lerchen und Föhren säumen den Weg. Wir mussten diese Entwicklung ohnmächtig mitverfolgen“, beschreiben es die Bürger, deren Namen der NÖN bekannt sind.

Pater Coelestin Nebel, Forstmeister des Stiftes erklärt dazu: „Österreichs Forstwirtschaft und die heimischen Waldbesitzer handeln nachhaltig und stellen die vielseitigen Funktionen des Waldes – Nutz-, Schutz-, Wohlfahrt- und Erholungsfunktion – für alle sicher.“ Das sei in einer mitteleuropäischen Kulturlandschaft gar nicht anders möglich, will man an eine gemeinsame Zukunft denken. Vor allem der bewirtschaftete Wald könne diese Funktion effizient übernehmen, da die CO 2 -Einsparung in einem genutzten Wald deutlich höher ist als auf einer stillgelegten Fläche. Die richtige Antwort auf den Klimawandel laute laut Pater Nebel: „Mehr Holz verwenden! Denn in Holzprodukten bleibt das vom Wald gebundene CO 2 gespeichert.“

Die besorgten Anrainer hoffen, dass das Stift zumindest die restlichen Waldbestände zwischen Siegenfeld und Heiligenkreuz im Biosphärenpark Wienerwald verschont. Pater Coelestin Nebel betont, dass das Aufforsten wichtig sei, denn neu gepflanzte Bäume entziehen der Umgebungsluft wieder aktiv CO 2 . Der Wienerwald ist laut Nebel ein klassischer Buchenstandort. „Um aber besonders gesunde und artenreiche Mischwälder zu erhalten, versuchen wir durch das frühe Einbringen zusätzlicher Arten, die Wälder noch bunter zu gestalten, denn die Buche sät sich von ganz alleine an und wächst mit Ahorn, Eiche, Ahorn, Lärche, Kiefer und Fichte zu einem attraktiven Mischwald empor“, informiert der zuständige Pater.

Er versichert: „Die wertvollen Anliegen der Anrainer werden von uns sehr ernst genommen und möglichst sofort behandelt. Die Forstverwaltung ist jederzeit gerne bereit mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Dies wurde in den letzten Wochen intensiv unter Beweis gestellt und soll so bleiben.“