Badener Grieche geht auf die Palme. „Zorbas Land“ Gastwirt ärgert sich über Aktion der Stadt zur Verschönerung des Stadtbildes.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 13. Mai 2020 (06:01)
Sairakis Charalampos im Gastgarten, den nun zwei Palmen schmücken. Er wehrt sich gegen die nicht mit ihm abgesprochene Maßnahme der Stadt und startete eine Unterschriftenliste dagegen. Der Bürgermeister sieht hingegen eine Aufwertung der Gegend. Die Stadt sorge damit für einen „Sommer unter Palmen“. Auch die Anrainer freuen sich über das Urlaubsfeeling.
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Sairakis Charalampos, von Freunden Babis genannt, traute vorige Woche seinen Augen nicht. Der Geschäftsführer des griechischen Restaurants „Zorbas Land“, Ecke Rathausgasse/Beethovengasse, musste mit ansehen, wie Arbeiter mitten in seinem Gastgarten zwei fünf Meter hohe Palmen einsetzten. Er ärgert sich nicht nur darüber, dass ihm dadurch vier Tische im Gastgarten wegfallen, sondern auch, dass er die voriges Jahr neu installierte Markise nicht mehr benutzen kann.

Doch die ist, wie die NÖN in Erfahrung brachte, gesetzeswidrig. Laut BH liege aus Denkmalschutzgründen ein Abbruchauftrag vor. Charalampos sieht das anders, er müsse nur einen neuen Plan einreichen, meint er.

Schützenhilfe bekommt der Wirt von der FPÖ, deren Obmann René Hansy von „Ostblock-Methoden“ der Stadt spricht. „Während andere Gastronomen mehr Platz für ihre Gastgärten wegen der Coronakrise bewilligt bekommen, werden dem Griechen Steine in den Weg geworfen“, kritisiert er. Das sei „nicht fair“, so Hansy.

VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek versteht die Aufregung nicht, da der Grund der Stadt gehöre. 2019 wurde die äußere Rathausgasse neu gestaltet. Als Fortsetzung war für heuer eine Verlängerung des Grünzuges mit drei weiteren Bäumen in der Beethovengasse geplant. Doch die zeitgerechte Lieferung habe sich verzögert. „Um das Stadtbild dennoch aufzuwerten, wurden drei Palmen des Stadtgartens als Zwischenlösung gepflanzt.“ Diese würden im historischen Palmenhaus im Kurpark überwintern und hätten schon früher in der Stadt für Karibik-Feeling gesorgt. „Die übergangsmäßig platzierten Prachtexemplare werden im Herbst durch winterharte Bäume ersetzt“, kündigt Szirucsek an. Er habe viele positive Rückmeldungen erhalten. „Die Palmen sorgen für ein angenehmes Flair und einige Menschen haben mir auch gesagt, dass sie sich schon darauf freuen, unter Palmen essen gehen zu können.“

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