Pablo Grande: „Mein Vorbild? Udo Jürgens!“. Der argentinische Pop- und Schlagersänger Pablo Grande nahm Sommerhit in einem Tonstudio in Baden auf.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 01. Juni 2021 (04:15)
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Pablo Grande nahm in einem Badner Tonstudio seinen Sommerhit „Pura Vida“ auf.
Sagmeister, Sagmeister

Das pure Leben, pura Vida strahlt der Sänger Pablo Grande aus, der sich für viele Wochen in Baden in der Strasserngasse in das Tonstudio von Arno Koch zurückgezogen hat, um dort seinen Sommerhit „Pura Vida“ aufzunehmen. Pura Vida bedeutet in Südamerika, den Moment zu genießen und nicht zu weit ins Voraus zu denken.

Aus dem gebürtigen Argentinier strahlt die Sonne, wo er ist, kann man sich der guten Laune nur schwer entziehen. Sein Erfolgskonzept: Flotte unbeschwerte Sounds, die Texte, lebensfroh und meist von ihm selbst geschrieben, diese Gute-Launa-Mischung gesungen auf Deutsch, aber auch Spanisch, Englisch oder Italienisch. Und so macht sich Grande, der seit seinem achten Lebensjahr Musik macht, Schritt um Schritt einen guten Namen in der heimischen Musikszene, als der auf Deutsch singende Pop- und Schlagersänger aus Argentinien. 

Nach Österreich kam er 2014, wegen der Liebe zu einer Oberösterreicherin, die er in Argentinien kennengelernt hatte. Zuerst lebte er mit ihr vier Jahre in Buenos Aires und über die für Künstler so wichtige Stadt sagt man: „Gott ist überall, aber in Buenos Aires hat er ein Büro.“ Doch Grandes Freundin wollte Gottes Büro verlassen und es zog sie zurück nach Österreich. Und weil Paolo Grand auch italienisches Blut in seinen Adern fließen hat, seine Vorfahren kommen aus Sizilien, war es für ihn kein Problem mitzukommen.

War er schon in Italien? „Ja, klar, ich fühle mich ja auch wie ein Italiener und fühle mich in Italien auch richtig daheim.“ Daheim fühlt er sich aber derzeit in Österreich, in Wien und Baden, wo er immer wieder zum Arbeiten ist. Er liebt auch die italienische Sprache, „ein bisschen kann ich sprechen und das Faszinierende ist, Italienisch sprechen nur die Italiener und trotzdem ist die Sprache auf der ganzen Welt bekannt und beliebt.“ Und so verwundert es nicht, dass sein Name auch aus Italien, genau gesagt aus Calabrien kommt: Spezzano Grande, so heißt der Ort in Italien. 

„Das Leben hatte andere Pläne für mich“

Der 37-Jährige hatte eigentlich einen ganz anderen Plan, als er mit seiner damaligen Freundin nach Europa kam: 1 Jahr Österreich und dann ab nach London, aber „das Leben hatte andere Pläne für mich, in lebe nun in Wien und singe auf Deutsch, aber es ist gut so.“ Die erste Zeit war allerdings schlimm für ihn, besonders, „weil ich die Sprache nicht konnte und noch keine Arbeit hatte.“ Aber er fand sich schnell was, wurde „als Sänger auf dem Deutschen Schiff MS Amadea, wo die Serie Traumschiff gedreht wurde“ engagiert. Seine Kollegen am Schiff waren unter anderem Barbara Wussow und Florian Silbereisen. Grande war zwei Mal ein halbes Jahr auf See, besuchte 70 Länder und musste vor allem eines: Flott Deutsch lernen, weil die 12 Shows, die er einstudieren musste, waren alle auf Deutsch. Eine harte Schule, „ich habe jeden Tag eisern trainiert.“ Nach einem Jahr war es aber genug, jeden Tag wo anders zu sein, sei nur eine Zeit lang lustig, „ich wusste am Ende gar nicht mehr, wo ich war.“ 2015 nahm er an der österreichischen Talenteshow „The Voice“ teil und schaffte den zweiten Platz. 2016 erreichte er als Leadsänger der Formation „Ladies & Gentleman“ das Finale der ORF-Talentshow Die große Chance der Chöre.

Das Reisen lässt ihn aber nicht mehr los. Voriges Jahr war er für die TV-Sendung „Verrückt nach Meer“ unterwegs, wo er sein Heimatland Argentinien präsentierten sollt. Am 14. März waren die Dreharbeiten zu Ende und Grande entschied sich, in Brasilien auszusteigen und seine Familie in seiner Heimatgemeinde Rosario zu besuchen. „Ich wollte sechs Wochen bleiben, geworden sind sechs Monate, wegen Corona konnte ich einfach nicht weg.“ Anfang Oktober konnte er dann wieder zurück nach Österreich.

Übrigens in Rosario ist nicht nur der Revolutionär Guevara und der Fußballer Lionel Messi geboren, sondern auch der Schlagersänger Semino Rossi, der ebenfalls in Österreich lebt. Aber sein wirkliches Vorbild ist ein ganz anderer Österreicher: Udo Jürgens und eines seiner bekanntesten Lieder „Griechischer Wein“ kannte Grand seit seiner Kindheit aus Argentinien, und so war die Liebe zu Österreich schon lange vorhanden…