Wahlzelle im Rollettmuseum . Im Rollettmuseum kann man sich umfassend über das Frauenwahlrecht informieren und eine Wahlzelle besuchen.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 28. März 2019 (05:10)
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Die ersten Parlamentarierinnen.
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Warum ein kleiner Raum, wo man seine Stimme für eine politische Partei, Liste oder Institution, abgeben kann, also, wo man sein Recht zu wählen ausübt, gerade Wahlzelle heißt? Vielleicht kann man diese Frage beim Vortrag von Beate Jorda im Rollettmuseum stellen. Sie wird am Mittwoch, 27. März (19 Uhr), im Rahmen der Sonderausstellung im Rollettmuseum ihren Vortrag „Frauengeschichte gehört gewusst!“ halten.

Die Professorin für Geschichte und Englisch und Obfrau des Vereins Frauenzimmer beginnt ihren historischen Bogen bei den jüdischen Salons zu spannen, die von Frauen initiiert wurden – Orte der Emanzipation bis hin zu Marianne Hainisch, die am 25. März 1839 in Baden geboren wurde.

Dass Frauen endlich an die Wahlurne gehen durften, war ein Meilenstein, am Wege zur Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, der bis heute beschritten wird. Bis 1991 gab es allerdings in Österreich noch rosa und blaue Kuverts, worin der Stimmzettel abgegeben wurde. Lesen Sie mehr dazu in der unterstehenden Kolumne „Im Museum“.

Wanderzelle wird vom Museum Niederösterreich auf Tour quer durch Niederösterreich geschickt

Im Rahmen der Sonderschau ist zur Veranschaulichung eine Wahlzelle aufgestellt. Diese Wanderzelle wird vom Museum Niederösterreich auf Tour, quer durch Niederösterreich, geschickt und wird jeweils am Ort der Bestimmung mit lokalen Zeitdokumenten bestückt: „Jeweils vor Ort recherchierte Ausstellungsstücke bieten Einblick in die regionalen Aspekte der Geschichte und in die Einführung und Auswirkung des Frauenwahlrechts auf die Gesellschaft der letzten 100 Jahre“, berichtet Museumsleiterin Ulrike Scholda.

Im Zentrum der Schau steht somit nicht nur das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“, sondern es gibt auch einen lokalen Fokus und vorgestellt werden politische Akteurinnen in Niederösterreich. In einem Film erzählen niederösterreichische Frauen über ihre erste Wahl im Februar 1919. „Die Wahlzelle erinnert nicht nur an historische Errungenschaften, sondern regt auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts zur Reflexion aktueller frauenpolitischer Positionen an“, schließt Scholda ab.

Die Ausstellung ist täglich (außer Dienstag, 15 bis 18 Uhr) geöffnet.