Gedenkjahre aus Pottensteiner Blickwinkel

1918 und 1938, die beiden Jahre der großen historischen Zäsur Österreichs, aus Pottensteiner Blickwinkel.

Erstellt am 10. November 2018 | 08:19
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Foto: NOEN

Im heurigen Gedenkjahr an die Ereignisse 1918 und 1938 findet im Biedermeiersaal eine große Sonderausstellung statt, die sich mit diesen beiden Jahren beschäftigt.

Neben Bezirkshauptfrau Verena Sonnleitner, konnte Bürgermeister Daniel Pongratz (SPÖ) auch die beiden SP-Landtagsabgeordneten Karin Scheele und Elvira Schmidt sowie den Landesobmann des Wiener KZ-Verbandes Winfried Garscha zur Eröffnung begrüßen.

In sehr persönlichen und emotionalen Worten gaben er sowie Zeitzeuge Rudi Slavik, die Enkeltochter des „Wiederaufbau-Bürgermeisters“ Josef Stockinger (KPÖ, im Amt von 1924 bis 1934 und 1945 bis 1955), Sonja Posseth, beeindruckende Einblicke in die Geschichte.

Der Nachlass enthielt bedeutende Dokumente

Rudi Slavik ist Erbe des Nachlasses von Josef Stockinger. In dessen Dokumenten befanden sich berührende Geschichten von Pottensteiner Mitbürgern, welche Opfer des NS-Regimes wurden. Zudem gibt es Belege dafür, wie beispielhaft man in Pottenstein den gemeinsamen Wiederaufbau gestaltete.

Bürgermeister Daniel Pongratz enthüllte einen neuen Gedenkstein am Kirchenplatz, auf dem die damaligen NS-Opfer namentlich genannt sind. „Es ist mir eine große Ehre und Freude, im Gedenkjahr, dieses Mahnmal enthüllen zu können und ich versichere, dass wir den Menschen ein ehrendes Andenken bewahren. Sie sind Teil unserer Geschichte und sollten uns daran erinnern, wie wichtig es ist, den Frieden in unserem Land zu bewahren“, so Pongratz in seiner Ansprache.

Bezirkshauptfrau Sonnleitner sprach von der großen Bedeutung des „Friedensprojekts EU“ und Mitorganisator Rudi Slavik zeigte sich begeistert über die große Besucherzahl und dankte dem Bürgermeister für sein Engagement sowie die Bereitschaft, diesen Gedenkstein aufzustellen. „Besonders mit diesem jungen Alter ist es beachtlich, dass man sich in so großartiger Weise mit der Vergangenheit auseinandersetzt“, so Slavik.

Slavik ist Jahrgang 1931 und war selbst 39 Jahre lang im Gemeinderat der Marktgemeinde Pottenstein tätig. Seine Schilderungen und Erzählungen über die Kriegs- und Aufbaujahre sind stets fesselnd und sehr aufschlussreich. In der kommenden Woche besuchen die Schüler der polytechnischen Schule die Ausstellung. „Es ist wichtig, unsere Jugendlichen zu sensibilisieren und die Erinnerungen an die Vergangenheit aufrecht zu halten“, zeigen sich auch Alfred und Franziska Urban, Mitorganisatoren und pensionierte Lehrer des Pottensteiner Poly, über die Wichtigkeit überzeugt. Die Sonderausstellung ist noch in der ganzen kommenden Woche geöffnet.