Appell an die Welt aus Berndorf. San Thar Lin aus Myanmar ist Präsidentin von „National Unity Government“ und kämpft gegen Militärdiktatur in ihrem Land.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 13. Juni 2021 (05:26)
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Freiheit für die Menschen in Myanmar und die NLD-Partei, die von der Organisation NUG mit Präsidentin San Thar Lin unterstützt wird. Am 12. Juni mit einer Demonstration in Wien.
Holzinger.Presse, Holzinger.Presse

Seit 2010 lebt San Thar Lin in Berndorf mit ihrer österreichischen Familie, studierte in Bad Vöslau Tourismus Management und hat in Myanmar auch ein Reisebüro gegründet. Nach wie vor organisiert und vermittelt sie Reisen von Österreich nach Myanmar.

Es war die Liebe, auch, die zum Reisen, die sie 2010 nach Berndorf führte. Sie war als Reiseleiterin in Burma tätig und so lernte sie ihren Mann Clemens Fellner-Feldegg kennen, der mit seinen Eltern dort seinen Urlaub verbrachte.

Der jungen Frau aus Myanmar liegt ihre Heimat sehr am Herzen und ihre Familie leidet sehr unter dieser Militärdiktatur. Auch sie selbst hat mit ihrem Reisebüro in Burma sehr unter den katastrophalen Zuständen zu leiden, zumal die Wirtschaft dort am Boden liegt.

Zurzeit organisiert sie als Präsidentin der Organisation „National Unity Gouvernement“ (NUG) eine Demo für die Anerkennung dieser gewählten Volksvertretung, nachdem in Burma noch immer das Militär herrscht. San Thar Lin erzählt: „Die Protestkundgebung findet am 12. Juni von 12.30 bis 14.30 Uhr am Platz der Menschenrechte im siebenten Wiener Gemeindebezirk statt.“

Sie berichtet weiter: „In meiner ursprünglichen Heimat Myanmar herrscht das Militär mit brutaler Gewalt. Nicht einmal vor der Ermordung von Kindern wird Halt gemacht.“ Als Reaktion auf die Militärjunta und deren Vorgehen wurde die NLD 1988 gegründet. Die immer wieder unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi fungiert als Generalsekretärin der Partei.

Bei den Parlamentswahlen im Jahre 1990 erhielt die NLD 406 von 489 Sitzen, doch verweigerte die Militärjunta die Übergabe der Macht unter dem Vorwand, dass vor dem Zusammentreten des neugewählten Parlaments zunächst eine neue Verfassung zu erarbeiten sei.

San Thar Lin erzählt: „Unser Bestreben ist es, dass die EU und Österreich unsere demokratisch gewählte Partei NLD anerkennen.“ Die NLD errang 2015 und 2020 einen erdrutschartigen Sieg bei den Wahlen. Damit wuchs die Sorge des Militärs, ihre Macht zu verlieren.

Die Menschen in ihrer Heimat würden weltweit keine Institutionen aus der Politik und Diplomatie anerkennen, deren Vertreter von einer Militärdiktatur ernannt wurden.

Statt dessen fordert sie die Weltgemeinschaft auf, „nur mit der nationalen Einheitsregierung Beziehungen aufnehmen. Wir bitten und fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, auf der Seite der Bevölkerung Myanmars zu stehen und bitten Sie daher um offizielle Anerkennung unserer legitimen Regierung.“