Pottensteiner Lehrerin als „Krampusine“

Erstellt am 02. Dezember 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
Pottensteinerin Nicole Jainöcker ist wohl die einzige als Krampus aktive Pädagogin.
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Ihr ganzes Leben plagte die junge Volksschullehrerin Nicole Jainöcker ein großer Herzenswunsch, nämlich als echter Krampus ihr Unwesen treiben zu dürfen. Schon als Zweijährige traf sie das erste Mal den Heiligen Nikolaus in Begleitung eines Krampusses, der ihr allerdings keinerlei Angst bereitete, aber ihr Interesse weckte. Seither steckt das Krampusfieber in ihr.

Ihre Karriere als „Krampusine“ begann bereits mit viereinhalb Jahren, wo sie die „schlimmen“ Menschen erschreckte und mit einer kleinen Rute bewaffnet, mehr Lacher als Schrecken erntete. Seit sie zurückdenken kann, war sie auf allen Perchten- und Krampusläufen als Zuschauerin dabei und als 13-Jährige versuchte sie, als Percht bei den Berndorfer Perchten laufen zu dürfen, stieß aber auf heftigen Widerstand des Obmannes Dietmar Holzinger. Bei dieser traditionellen Perchtengruppe durften nur Männer als Perchten vertreten sein.

„Ich erkläre den Kindern den Sinn des Ganzen, um ihnen die Angst vor diesen Gestalten zu nehmen, die ja während der Weihnachtszeit vielerorts unterwegs sind und man kann beobachten, dass sich die Kinder vor einem hässlichen Gesicht auch nicht fürchten. “
Nicole Jainöcker

Nach langen Diskussionen ließ sich die Lehrerin der Volksschule St. Veit dann überreden, als Hexe das Böse zu vertreiben, was sie mit Leidenschaft auch tat. Sie war und ist aber auch brauchtumsmäßig überall einsetzbar, fiel ein Teuferl aus, sprang Nicki ein und auch als Fahnenträgerin war sie eine regelrechte Augenweide. Soweit bekannt, ist die Pottensteinerin die einzige Pädagogin, die als „Krampus“ unterwegs ist. Sie sieht es auch keinesfalls als Konflikt, dass sie als beliebte Lehrerin in ihrer Freizeit als „Böse“ unterwegs ist, ganz im Gegenteil. „Ich erkläre den Kindern den Sinn des Ganzen, um ihnen die Angst vor diesen Gestalten zu nehmen, die ja während der Weihnachtszeit vielerorts unterwegs sind und man kann beobachten, dass sich die Kinder vor einem hässlichen Gesicht auch nicht fürchten. Angst wird ja meistens anerzogen“, meint Jainöcker.

Mittlerweile ist die Pädagogin während der Weihnachtszeit als waschechter, „gefürchteter“ Krampus bei der Krampusgruppe Night Devils vertreten und bei zahlreichen Läufen zu bewundern. Mit ihrer einzigartigen, kunstvoll gestalteten Frauenmaske kann sie endlich ihren Kindheitstraum ausleben. Besonders freut sie sich auf ihre Auftritte in Wr. Neustadt und Bad Fischau.

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