Badner Stadt-Theater setzt auf Legenden

Erstellt am 02. Juni 2022 | 05:44
Lesezeit: 4 Min
Direktoren-Duo Lakner-Malzer stellte Programm für die Saison 22/23 vor.
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„Es geht um Menschen, die entweder wirklich gelebt haben oder um die sich Legenden ranken bzw. die als Theaterfiguren zu Berühmtheit gelangt sind“, so erklärt der künstlerische Leiter der Bühne Baden, Michael Lakner, sein Motto für die kommende Saison 22/23. Bei der Spielplanpräsentation im Max-Reinhardt-Foyer erklärt er seine Hintergründe: Die Historie, also die Zeit, ist für die Legendenbildung eine wichtige Essenz, um von einem temporären Ereignis zu einer überdauernden Berühmtheit zu werden.“

„Es geht um Menschen, die entweder wirklich gelebt haben oder um die sich Legenden ranken bzw. die als Theaterfiguren zu Berühmtheit gelangt sind“
Michael Lakner, Künstlerischer Leiter der Bühne Baden

In der Theater- und Bühnenwelt wimmelt es nur so von Legenden, die vor Jahrhunderten lebten. So berühmt wie etwa der Regisseur Frederico Fellini, der zwar erst seit knapp 30 Jahren tot ist, aber bereits eine Legende. Gestartet wird im Jahr 2022 mit dem Musical „Neun“, welches den Fellini-Film „8 1/2“ zur Vorlage hat. Im November fegt dann Robin Hood, ebenfalls eine Legende, in einem Familienmusical über die Bühne. Im Dezember dreht sich dann alles um die Oligarchin Alexandra Orlofskaya in „Die Fledermaus“.

Und so zieht sich das Legendenkonzept von Michael Lakner durch den Spielplan. Fehlen darf natürlich nicht die Männer mordende Carmen, die im Februar 2023 die Badener Bühne erobern wird, in die Rolle des Vamps schlüpft Opernstar Natalia Ushakova, die in Baden ihr Rollendebüt gibt und hier schon wohl bekannt ist, war sie doch schon öfters mit ihren Septemberkonzerten in Baden zu sehen und vor allem zu hören.

Lockdowns als tägliche Herausforderung

Den Rückblick wagt dann Martina Malzer und zieht ihre wirtschaftliche Bilanz über die letzten beiden Jahren und startet im März 2020, wo die Ausnahmesituation für die Kulturszene ihren Anfang nahm: Die Corona-Zeit war besonders für die Kultur eine unglaubliche Zensur, trotzdem schaffte es die Bühne Baden, wenn sie spielen durfte und konnte, eine fast 70-prozentige Auslastung mit 29 Vorstellungen.

„Kein Stein blieb auf dem anderen seit dem März 2020, kein Tag vergeht, wo wir nicht damit beschäftigt sind“, sagte Malzer. Das Theater musste sich quasi neu erfinden. „Unser täglicher Ablauf war, planen, verwerfen, zurück zum Start neu planen, verwerfen, zurück zum Start, neu planen und das bis zum jetzigen Tag.“

„Saison in alter Normalität“

2020 war man mehr mit den behördlichen Lockdowns konfrontiert, neue Formate, wie gestreamte Konzerte, formierten sich. „Doch das letzte Jahr war dann anders, es gab zwar auch einen Lockdown im Winter, wo wir wieder zehn Vorstellungen auf der Hauptbühne und 11 Vorstellungen im Max-Reinhardt-Foyer verloren haben“, erinnert sich Malzer, aber die wahre Herausforderung war die Zeit „als wir wieder spielen durften, jeder Tag war eine Zitterpartie, ob der Vorhang am Abend hochgehen kann.“ Aber summa summarum hätten dem Stadttheater viele Besucher ungebrochen die Treue gehalten und nun hoffe man auf eine „Saison in alter Normalität“. 

Positives gibt es von der Renovierung der Sommerarena. Bürgermeister Stefan Sziruscek, ÖVP, kam zur Programmpräsentation und sein Bericht war kurz und bündig, weil „wir liegen im Zeitplan“, alles laufe perfekt und der Theater-Besuch sei nicht beeinträchtigt.

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