SPÖ-Vorsitzende als Samariterin. Pamela Rendi-Wagner nahm beim Samariterbund Traiskirchen Nasenabstriche von Lehrerinnen, Lehrern und pädagogischem Personal vor.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 04. Dezember 2020 (14:26)
SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner beim Abstriche nehmen in Traiskirchen.
Visnjic

Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, lobt den Einsatz von SPÖ-Parteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner beim Arbeitersamariterbund Traiskirchen. Dieser sei kein PR-Gag gewesen, "Rendi-Wagner ist ja auch in Wien regelmäßig beim ASBÖ im Einsatz, um Corona-Abstriche vorzunehmen", betont der Stadtchef. 

Der Einsatz von Rendi-Wagner sei beeindruckend gewesen. "Sie hat als aktive Samariterin und Ärztin in Traiskirchen bei über 50 Testungen in unserem regelmäßigen Antigentest-Screening für unser Personal in allen Bildungseinrichtungen selbst aktiv Hand angelegt und unser Team des Arbeiter-Samariterbundes stark unterstützt“, berichtet Babler über den frühmorgendlichen Einsatz beim ASBÖ. 

Babler führt weiter aus: „Im Anschluss daran trafen wir noch in unserem Traiskirchner Coronastab im Rathaus zusammen, um uns über die Aufgabenstellungen und die berechtigten Forderungen von uns Städten und Gemeinden an die Regierung auszutauschen."

Der Stadtchef fordert die Bundesregierung zum wiederholten Mal auf, dass das "schon sehr bekannt gewordene - Traiskirchner-Modell, für einen umfassend sicheren Schul- und Kindergartenbetrieb, auch österreichweit, zum Schutz unserer Kleinsten, all unserer Pädagogen und Pädagoginnen und aller Eltern, umgesetzt wird."

Ein wenig differenzierter sehen FPÖ und ÖVP die Testungen von Rendi-Wagner. FPÖ-Parteiobmann Anton Lojowski meint: "Es ist zwar eine gute Sache, wenn die Parteivorsitzende diese Testungen vornimmt. Aber wenn das so öffentlichkeitswirksam inszeniert wird, dann kann man dieser Aktion einen gewissen Populismus nicht absprechen." Ein Urteil über die bevorstehenden Massentests am 12./13. Dezember will sich Lojowski nicht anmaßen. Eines sei aber klar: "Für eine Stadt in der Größenordnung Traiskirchens ist das ein enormer logistischer Aufwand." 

Martin Writzmann ist nicht nur bei der Traiskirchner ÖVP aktiv, sondern selbst Lehrer an der Neuen Mittelschule Traiskirchen. Am 5. und 6. Dezember werden alle Lehrer in Niederösterreich "massengetestet". Er sagt zur Forderung von Babler, die Bundesregierung möge das Traiskirchner Modell übernehmen: "Ich habe ursprünglich das Service der Stadtgemeinde Traiskirchen, Pädagogen und Betreuern die Möglichkeit zur Testung zu geben, als sehr positiv empfunden. Dieses Angebot gibt es ja schon länger. Es war ein freiwilliges Angebot, um einen gesicherten schulischen Betrieb zu gewährleisten. Wenn jetzt die Parteivorsitzende kommt, und Abstriche durchführt, dann komme ich mir schon instrumentalisiert vor. Genauso wie die Forderung an die Bundesregierung, das Traiskirchner Modell zu übernehmen. Das ist schon sehr medial inszeniert auf Kosten der Lehrer."