Rätsel um die Badener "Putin Villa"

Erstellt am 28. April 2022 | 05:57
Lesezeit: 2 Min
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Helga Krismer im TV-Interview vor der betreffenden „Putin Villa in der Badener Flamminggasse.
Foto: Puls4/Screenshot
Helga Krismer geht Besitzverhältnissen von „Putins Villa“ in Baden nach.
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Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) hat kürzlich gefordert, dass leer stehende russische Oligarchenvillen für ukrainische Kriegsflüchtlinge geöffnet werden sollen. Denn dabei handle es sich meist um Immobilien, die leer stehen und nur als Wertanlagen dienen. „Ich fordere, dass alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft werden, hier für die Dauer des Krieges denen, die vor Putins Überfall fliehen müssen, die dringend gesuchten Unterkünfte zu geben“, so Krismer. Allein in Baden könne sie mehrere solche Villen aufzählen. Unter anderem sei ein nobles Gebäude dabei, das in der Bevölkerung als „Putin Villa“ bezeichnet werde, erzählt Krismer.

„Ich fordere, dass alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft werden, hier für die Dauer des Krieges denen, die vor Putins Überfall fliehen müssen, die dringend gesuchten Unterkünfte zu geben“ Helga Krismer

Sie forschte nach, um an die tatsächlichen Besitzer der Liegenschaft in der Flamminggasse zu kommen. Im Grundbuch ist eine Lichtensteiner Privatstiftung als Eigentümerin eingetragen, betreut von einer Vermögensverwalterin. Wer die Berechtigten sind, bleibt anonym. Vor 12 Jahren wurde die Villa von einer Stiftung an die andere verkauft, vertreten von der gleichen Verwalterin. Der Kaufpreis betrug 1,3 Millionen Euro. Wegen des Datenschutzes und des Amtsgeheimnisses konnte Krismer jedoch keine näheren Infos zu den Besitzverhältnissen herausfinden – das sei rechtlich nicht erlaubt.

Mehrere Medien haben bereits über die Putin-Villa und Krismers Recherchen berichtet, zuletzt der TV-Sender Puls 4 Montagfrüh. Für die Vizebürgermeisterin ist der rasche Verkauf von einer zur nächsten Privatstiftung mit jeweils derselben zeichnungsberechtigten Person mehr als fragwürdig - „was wird hier verschleiert?“, fragt sie sich. Zumindest liege der Verdacht nahe, dass „etwas anderes dahintersteckt“. Insgesamt gibt es rund 180 Menschen aus Russland, die in Baden gemeldet sind, einige davon besitzen eine größere Liegenschaft, weiß Krismer.

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