St. Pölten gewinnt im Thriller-Derby. Die Landeshauptstädter setzten sich gegen Traiskirchen in einem packenden Lokalduell mit 84:81 durch. Eine Aufholjagd der Lions blieb unbelohnt.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 20. Dezember 2020 (20:08)
Zum Stöhnen. Dani Koljanin (r.) erzielte gegen Sankt Pölten 29 Punkte. Zählbares für die Tabelle gab es für seine Traiskirchner dennoch nicht.
Malcolm Zottl

Die Lions, die kurzfristig auf Shawn Ray und Mario Spaleta verzichten mussten, fanden gut ins Spiel. Comebacker Maxi Schuecker schrieb gleich zu Beginn mit vier Punkten an, nach etwas mehr als zwei Minuten musste er aber mit zwei Fouls aber auch schon wieder auf der Bank Platz nehmen. Traiskirchen blieb zunächst die aktivere Mannschaft, führte im ersten Viertel mit bis zu acht Punkten.

Roman Jagsch weckte seine St. Pöltner allerdings auf. Mit drei Dreiern und intensiver Defense brachte der SKN-Kapitän sein Team nicht nur ins Spiel, er sorgte fast im Alleingang für die 26:19-Führung nach dem ersten Viertel. Zu Beginn des zweiten Abschnitts übernahm Dani Koljanin das Ruder, scorte sieben Punkte in Folge und glich das Spiel so schnell wieder aus. Es war ein hin und her, in dem St. Pölten zwar meist einen Vorteil hatte, die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte aber Traiskirchen, die sich so einen 40:42-Pausenstand erkämpften.

Ausgleichschance in der Schlusssekunde

Nach der Pause schlug das Pendel wieder Richtung St. Pölten aus – weil Jagsch einfach einen Traumtag erwischte. Mit zwei weiteren Dreiern verschaffte er dem SKN schnell wieder etwas Luft, als dann auch noch Jakob Wonisch heiß lief und drei weitere Distanzwürfe verwertete, führten die Gäste plötzlich zweistellig. Die Entscheidung war das aber noch nicht. Weil Traiskirchens Dani Koljanin ein bärenstarkes Spiel machte. Der Forward scorte von der Bank kommend insgesamt 29 Punkte und war damit hauptverantwortlich dafür, dass es noch einmal richtig knapp wurde. Adam Thoseby stellte in der Schlussminute sogar auf 79:80, weil der SKN aber von der Freiwurflinie sicher war und Thosebys Dreier mit der Schlusssirene zu kurz war, siegte St. Pölten schließlich 84:81.  

Stimmen zum Spiel

Markus Pinezich, Head Coach Traiskirchen: „Gratulation an St. Pölten. Sie haben heute hochprozentig getroffen, wir haben sehr viel liegen lassen. Trotzdem haben wir eine gute, kämpferische Leistung gezeigt.“

Georg Gentner, Spieler Traiskirchen: „Wie so oft hat uns am Ende das Glück und die Abgebrühtheit gefehlt. Wir waren in der Offense ungeduldig, in der Defense hatten wir Foulprobleme. Es tut wieder weh, aber wir bleiben dran und hoffen, dass sich das Blatt wendet.“  

Andreas Worenz, Head Coach St. Pölten: „Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Aber was zählt ist der ganz wichtige Sieg, damit wir weiterhin im Rennen um die Top-Sechs bleiben.“  

Florian Trmal, Spieler St. Pölten: „Das war ein harterkämpfter Sieg. Hut ab vor Traiskirchen, die eine sehr gute Truppe haben. Wir haben uns sehr schwer getan, aber gekämpft, zusammengehalten und unsere Würfe getroffen.“ 

Beste Scorer: Koljanin, 29, Thoseby 18, Schuecker 10 bzw. Jagsch, Trmal je 20, Cutuk 14.