Fischotter häufen sich beim Wiener Neustädter Kanal

Zahlreiche zurückgelassene Fisch-Kadaver zeugen von der Aktivität einiger großer Fischotter im Bereich Wiener Neustädter Kanal.

Erstellt am 05. April 2018 | 03:05
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Karpfen von ca. acht Kilogramm mit einem von Schweigers Hunden.
Foto: privat

Was nur wenige wissen ist, dass auch in der Stadt Baden längst Fischotter leben. Den Beweis liefert Andreas Schweiger, Obmann des Sportfischereivereins Baden, der auf seinen Rundgängen beim Wiener Neustädter Kanal zwischen Baden und Bad Vöslau in letzter Zeit viele Fischkadaver am Radweg oder der Böschung entdeckte.

Vielen Radfahrern und Fußgängern werden die toten Fische bereits aufgefallen sein. Sogar ein acht Kilo schwerer Kadaver eines Karpfens wurde gefunden. Es muss sich zumindest um einen ausgewachsenen Otter handeln, der so einen Fisch aus dem Wasser holen kann. Das Tier frisst großteils nur Innereien und Kiemen, bei solchen Fischen bleibt meistens der Großteil des Kadavers übrig.

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Zwei Fischotter in der Wildkamera. Jungtiere wurden sogar untertags gesichtet.
Foto: privat

„Der Fischotter ist ein sehr intelligentes Tier“, weiß Schweiger, der aber darauf hinweist, dass der gute Erhaltungszustand der Tiere schon lange erreicht sei. Das zeige das flächendeckende Auftreten, oft auch von mehreren Tieren gleichzeitig im gesamten Bezirk. Er wolle den Otter nicht verteufeln, aber informieren, dass die Fischotter von den exponierten Lagen immer öfter in die Ballungszentren vorstoßen und somit in Bereiche, wo viele Menschen unterwegs sind. „Der Otter ist und bleibt ein Raubtier“, betont Schweiger.

Das größte Problem ist das Auftreten der Fischotter in den Zubringerbächen der Flusssysteme, wo sie den kompletten Bestand an laichfähigen Bachforellen vernichten und so die Selbstreproduktion gefährden. Eine Regulierung der Otterbestände sei nur schwer möglich. Das Land NÖ hat im Herbst des Vorjahres den Abschuss von 40 Fischottern bis Sommer 2018 gestattet.