Traiskirchen: Klimaschutz zuerst. Worte sollen Taten folgen. Die neue Abteilung in der Stadt präsentiert, wie nachhaltige Stadtplanung funktionieren soll.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. Februar 2021 (04:33)

Die beiden Diplomingenieurinnen Elisa Wrchowszky und Elisabeth Tinschert verstärken jenes Team rund um Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, dass dafür verantwortlich ist, eine nachhaltige und ökologische Stadtplanung umzusetzen, nachdem vor einem Jahr der Klimanotstand ausgerufen wurde.

Dabei soll auch die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden, ein erster Schritt dazu ist eine Online-Klimaschutzumfrage auf der Homepage der Stadt. Bis 7. Februar können die Traiskirchnerinnen und Traiskirchner hier ihre Wünsche und Vorstellungen bezüglich sinnvoller Klimaschutzmaßnahmen kundtun.

Die Klimakatastrophe bedrohe laut Babler die Lebensgrundlagen für die Menschen. Er betont: „Den Klimanotstand als erste Stadt Österreichs auszurufen war eine bewusste Handlung. Mit dem Gemeinderatsbeschluss haben wir der Klimakatastrophe erste Priorität eingeräumt. Nur wer das Klima erhält, der erhält die Lebensgrundlagen für die Menschen.“

Die zuständige Stadträtin Sandra Akranidis-Knotzer, SPÖ, erzählt, dass Traiskirchen diesen Weg nicht alleine geht, sondern dabei die Zusammenarbeit mit dem AIT, dem Austrain Institut for Technology gewählt hat.

Beratende Vorgespräche haben bereits stattgefunden, die Richtung, in die es gehen soll, ist festgelegt. Der Fokus liegt auf den Themen erneuerbare Energie, Reduktion des Energieverbrauchs, nachhaltiges Bauen und Bewusstseinsbildung.

Schwechat Au als das lokale Lieblinsplatzerl

Die Bausperre in Tribuswinkel sei ein Schritt, um sensible, klimarelevante Gebiete wie die Schwechat Au vor einer Versiegelung zu schützen.

Vier Arbeitspakete hat die Stadt geschnürt, die sukzessive abgearbeitet werden sollen. Besonders wichtig dabei der Punkt 4, das Monitoringkonzept, das die Erreichung der Ziele des Klimaschutzkonzeptes auch öffentlich dokumentieren soll. Damit soll auch die Bevölkerung wissen, welche Ergebnisse erzielt werden konnten.

Die Biodiversität in der Stadt zu erhöhen ist ein weiterer konkreter Schritt. Das bedeutet laut Tinschert, dass man „um die Begrünung von Städten nicht herumkommt, um positiv auf das Mikroklima einzuwirken“. Auch eine Fassendbegrünung ist angedacht. Die neue Novelle zur Raumordnung mache dies auch möglich, „dabei werden wir auf einen Mix zwischen Anreizsystem und Bestimmungen setzen“, meint Babler.

Wie wichtig grüne Erholungsräume in der Stadt sind, zeigen erste Ergebnisse der Klima-Umfrage, wo die Schwechat Au als Lieblingsplatz genannt wird. Generell wird überprüft, wo „Parkletts“ Sinn machen könnten, also kleine grüne Oasen, die bequem zu Fuß zu erreichen sind. Wichtig seien diese „Parkletts“ eben dort, wo es keinen fußläufigen Weg gibt, um in die Natur zu kommen. Doch auch hier werde auf Artenvielfalt gesetzt, „denn eine grüne Wiese alleine macht noch keine Biodiversität“, weiß Elisa Wrchowszky.