Statt Geld fanden Räuber nur Belege. Filmreifer Überfall / Ein Geldbote, der aber keiner war, wurde
von drei Räubern mit Pistolen bedroht. Er erlitt einen Schock.

Von Gerhard Lorenz. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:41)
Der „Geldtransporter“ wird von der Tatort-Gruppe genauestens nach Spuren untersucht. Foto: Lenger
NOEN, Lenger
Für ein räuberisches Trio war Freitag, der 13. Juni ein Pechtag. „Sie hatten den Überfall auf die Minute genau geplant“, ist ein Ermittler des Landeskriminalamtes überzeugt. Nur haben sie das Wichtigste übersehen.

In Mündung einer Pistole geschaut

Doch der Reihe nach. Ein Bankangestellter war wieder mit mehreren Säcken in seinem Auto unterwegs. Er beliefert, mehrere Filialen und diese Tour gehört zu seinen Aufgaben. Als er, kurz nach acht Uhr, von Pottendorf in Richtung Deutsch Brodersdorf unterwegs war, schlug ein räuberisches Trio zu.

Der 28-jährige Angestellte bemerkte ein Auto auf einer Brücke stehen, das offensichtlich eine Panne hatte. Der Angestellte wollte eben vorbeifahren, da versperrte ihm plötzlich ein weiteres Auto, aus Richtung Wampersdorf kommend, den Weg.

Der Angestellte kollidierte die linke Leitschiene und war somit in seinem Wagen gefangen. Auf der Fahrerseite konnte er nicht mehr aussteigen. Noch ehe er reagieren konnte, sah er schon in die Mündung einer Pistole.

Verbrecher forderten auf Englisch Geld

Ein vollmaskierter Mann war aus einem der beiden PKWs gesprungen, bedrohte ihn mit der Waffe und rief: „Money, money“. Ebenso stieg ein Maskierter mit einer Pistole aus dem Fahrzeug, das eine „Panne“ hatte. Auch er bedrohte den Angestellten. Ein dritter Maskierter blieb in dem Auto, das dem Angestellten den Weg versperrt hatte, beim Lenkrad sitzen.

Der Angestellte konnte ja nicht aussteigen, so riss einer der Täter die Ladetüre auf und durchwühlte die Säcke im Laderaum. Die Enttäuschung muss groß gewesen sein, statt Geld fand der Räuber nur bankinterne Unterlagen, von Bargeld keine Spur. Ja, einen Sack mit Münzgeld fand der Räuber, doch den ließ er liegen.

28-Jähriger nun psychologisch betreut

Die Maskierten stürzten in ihre Fahrzeuge und flüchteten in verschiedene Richtungen. Eine Alarmfahndung blieb ergebnislos. „Das Trio hatte zwar gut recherchiert, was den Weg und die Zeit der Botenfahrt betrifft, doch was da geliefert wird, blieb ihnen scheinbar verborgen“, meint ein Polizist.

Der 28-Jährige wurde zwar nicht verletzt, erlitt aber so einen großen Schock, dass er bis Redaktionsschluss nur vage Angaben machen konnte. Er wird psychologisch betreut.

Täterfahrzeuge: Opel Astra, grau lackiert, älteres Modell, wahrscheinlich mit ausländischem Kennzeichen.Vom zweiten Fahrzeug konnte das Opfer noch keine Angaben machen.

Täter: 180 bis 185 Zentimeter groß, maskiert mit olivfarbener Unterziehhaube und mit schwarzen Pistolen bewaffnet. Der dritte Räuber war ebenfalls maskiert, blieb aber im Auto.