„Staatsfeind“ Rydl mit Gold verhaftet

Erstellt am 08. April 2015 | 07:10
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Werner Rydl
Foto: NOEN, NÖN
Badener Werner Rydl in Brasilien kurzzeitig festgenommen. Mit einem 25.000-Euro-Goldbarren im Gepäck.
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Er gilt als „Staatsfeind Nr. 1“. In den 1990er-Jahren konstruierte der Badener Werner Rydl ein Firmengeflecht und einen Warenkreislauf zwischen seinen Unternehmen, um dadurch angeblich Millarden an Umsatzsteuer zu lukrieren. „Ab 1995 habe ich das Geld gar nicht mehr gezählt, sondern nur noch gewogen“, sagte Rydl im NÖN-Gespräch.

Zu sechs Jahren verurteilt, selbst zehn Jahre gefordert

Er floh nach Brasilien, wurde dort im Jahr 2004 verhaftet und nach Österreich ausgeliefert. Wegen Steuerhinzerziehung wurde der selbst ernannte „Steuerrebell“ letztendlich zu sechs Jahren Haft verurteilt – obwohl er selbst für sich zehn Jahre gefordert hatte. 2010 kam er auf Bewährung frei und setzte sich wieder nach Brasilien ab.

Mittlerweile besitzt er nur noch die brasilianische Staatsbürgerschaft, soll rund 50 Millionen Euro auf Sparbüchern sowie 120 Tonnen Gold sein eigen nennen. Er habe Gold im Wert von rund 5,5 Milliarden Euro in Plastik verschweißt im Atlantik versenkt, behauptet Rydl.

Steuerschuld immer noch bei 116 Millionen Euro

In Brasilien wurde er nun mit einem Goldbarren im Wert von 25.000 Euro festgenommen, den er als „Glücksbringer“ bezeichnete. Die vorgeschriebenen Papiere habe bisher niemand verlangt, rechtfertigte er sich. Seit Jahren reise er mit dem Barren im Gepäck. Er wurde nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein Verfahren droht ihm dennoch.

Laut eigenen Angaben verhandle er mit österreichischen Behörden über eine Rückzahlung seiner Steuerschuld, die sich immer noch auf 116 Millionen Euro belaufen soll. Bestätigen will das im Finanzministerium niemand. Dass er nun mit Gold im Gepäck ertappt wurde, widerspricht der Behauptung des 57-Jährigen, er sei mittlerweile mittellos.
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