Alte Ostergrab-Tradition - ein Bild für das Leben

Erstellt am 12. April 2018 | 15:51
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Foto: User, christine.hollmann
Beitrag von Leserreporterin Christine Hollmann.
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Die Tradition der Ostergräber geht bis ins späte MA zurück.
Unseres besteht aus auf Karton gemalten ENGELFIGUREN (Ende 17.Jh.), die jeweils eine KRISTALLKUGEL in der Hand halten, 2 SOLDATEN (Hermann NIGG um 1900) und dem eigentlichen GRABBAU mit bunten KRISTALLKUGELN (Zeichen für die Treue Gottes zu uns Menschen, die GOLDENE in der Grabnische ist ein Symbol für die AUFERSTEHUNG)
Revitalisierung der Figuren durch Franz HOBL (Neulengbach)

TRADITION DER OSTERGRÄBER

Die Ostergräber haben eine lange Tradition, die sich bis ins späte Mittelalter zurückverfolgen lässt. Sie wollen uns das Leiden Christi, seine Grabesruhe und seine Auferstehung in eindrucksvollen Bildern näherbringen.

Bei uns in Stift Heiligenkreuz ist für das beginnende 18. Jh. ein Ostergrab in der Bernardikapelle bezeugt. Allerdings zerstörte ein Brand die Einrichtung der Bernardikapelle und wohl auch das Hl. Grab.

Durch Kaiser Josef II. wurde das Aufstellen von Ostergräbern verboten. Im Jahr 1798 wurde dieses Verbot aufgehoben.

ADAPTIERUNG UND NEU ZUSAMMENSTELLUNG

Die 2 auf Karton gemalten ENGELFIGUREN (Ende 17.Jh.) sind von hervorragender Qualität und gehören ursprünglich zu einem sogenannten Kulissengrab mit dazugehörender Scheinarchitektur. Sie halten jeweils eine KRISTALLKUGEL in der Hand. Die Illusion einer brennenden Flamme ist gewollt und vermittelt den Eindruck von Lebendigkeit.
Die beiden SOLDATEN (Leinwandbilder um 1900 - Hermann NIGG) scheinen das Ereignis der Auferstehung nicht so ganz mitzubekommen. Sie schauen schlaftrunken dem Betrachter entgegen.

Der eigentliche GRABBAU besteht aus einem Lattengerüst, an dem Karton angebracht und entsprechend bemalt wurde.
Die mundgeblasenen GLASKUGELN (neuzeitlich) sind mit gefärbtem Wasser gefüllt. Sie werden von hinten mit einer Lichtquelle angestrahlt.
Die unterschiedlichen Farben bedeuten die TREUE GOTTES uns Menschen gegenüber. In der Mitte der GRABNISCHE steht eine Kristallkugel, in die als Symbol für die AUFERSTEHUNG goldgefärbtes Wasser eingefüllt ist.

Die Grabkugeln sind ein leuchtendes Element und verleihen dem Grabaufbau einen besonderen Akzent. Insgesamt sind sie ein barockes Bild für das Leben.

REVITALISIERUNG - EIN KULTURAUFTRAG FÜR DAS STIFT

Die 4 Figuren waren jahrelang eingelagert. Die REVITALISIERUNG der durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogenen Kunstwerke wurde durch Restaurator Franz HOBL (Neulengbach) vorgenommen.

Somit gehören die Sichtung, die damit verbundene Adaptierung und die Wiedererrichtung unseres Ostergrabes aus kunsthistorischer und aus volkskundlicher Sicht zum kulturellen Auftrag unseres Stiftes.

www.stift-heiligenkreuz-sammlungen.at

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